Mittwoch, 22. Juni 2016

Kommentar: Neue Studie belegt - Deutschland kann mit EEG 2016 Klimaschutzabkommen nicht einhalten und braucht bis 2040 100% Erneuerbare Energien

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Eine neue Studie der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) zeigt, dass Deutschland mehr Ökostrom als geplant produzieren muss, um die Klimaschutzziele von Paris einhalten zu können. Die Studie betrachtet erstmals nicht ausschließlich den Stromsektor, sondern auch Verkehr, Wärme und Industrie. Demnach bräuchte Deutschland bis 2030 doppelt so viel Strom wie heute, wobei aber in anderen Sektoren der Energiebedarf dadurch erheblich sinkt. Vorausgesetzt, es würden ambitionierte Effizienzmaßnahmen umgesetzt. Ansonsten steige der Strombedarf von heute 600 auf 3000 TWh (Terawattstunden) in 2030, so die Studie.

Der steigende Strombedarf sei zu einem großen Teil darauf zurückzuführen, dass auch Verkehr, Wärme und Industrie vielfach auf Strom aus Erneuerbare Energien umstellen müssen. Der Studienleiter Prof. Dr. Volker Quaschning, auch Mitglied im EWG-Wissenschaftlernetzwerk, wirft der Bundesregierung vor, sie habe entweder keinen nötigen Sachverstand oder würde gar nicht beabsichtigen, das Klimaschutzeinkommen einzuhalten.

Solar- und Windenergie müssten drei bis sechs Mal schneller ausgebaut werden, als es derzeit von der Bundesregierung geplant wird. Bis 2040 müsste der Verkehrssektor vollständig elektrifiziert worden sein, ab 2025 sollten daher keine Neufahrzeuge mehr mit Verbrennungsmotor zugelassen werden.

Hinzu kommt der notwendige Ausstieg aus der Kohle bis 2030. Um die Versorgungssicherheit dennoch zu garantieren, seien Langzeitspeicher für die Erneuerbaren Energien von Nöten. Die einzige Technologie, die hierfür in Frage käme, sei Power-to-Gas (PtG). Aber auch dieses Thema greift die Bundesregierung in ihrer EEG-Novelle nicht auf.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass bis 2040 der energiebedingte CO2-Ausstroß beendet werden müsse: Entweder dürfen Öl, Gas und Kohle nicht mehr verbrannt werden, oder das Kohlendioxid müsse mit der CCS-Technologie wieder aufwendig aus der Atmosphäre entfernt werden.

Diese Studie ist ein Beleg dafür, dass die Energiepolitik und insbesondere auch die EEG-Novelle der Bundesregierung um Merkel und Gabriel völlig verfehlt ist. Während sich die Große Koalition in Paris als Klimaretter feiern lässt, fährt sie hier in Deutschland den Klimaschutz gegen die Wand. Diese Politik ist mit dafür verantwortlich, dass Klimaschäden steigen.

Diese Studie zeigt auf, wie wichtig es ist, meiner Forderung an alle Abgeordneten des Bundestages zum Stoppen der EEG-Novelle Folge zu leisten. Am Freitag in der ersten Lesung zum EEG 2016 können die Abgeordneten zeigen, ob sie hinter dem Pariser Klimaschutzabkommen stehen. Abgeordnete, die bei dieser Kenntnislage dennoch dieser EEG-Novelle, die den Ausbau der Erneuerbaren Energien abwürgen wird, zustimmen, zeigen nur, dass ihnen Klimaschutz egal ist. Denn das EEG ist das erfolgreichste Klimaschutzgesetz bisher und wird auch in Zukunft von höchster Bedeutung sein. Die Abgeordneten zeigen bei einer Zustimmung sogar ungeheure Verantwortungslosigkeit mit dem Effekt der weiteren beschleunigten Aufheizung der Erdatmosphäre und einer sich beschleunigenden Schadensentwicklung, wie diese Gewittersaison in Deutschland erdrückend aufzeigt. 


Berlin, den 22. Juni 2016

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