Dienstag, 13. Oktober 2015

Buchankündigung: Batteriespeicher - Rechtliche, technische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

● Dr. Jörg Böttcher, Hamburg / RA Dr. Peter Nagel, Frankfurt am Main ● 

Der Energiemarkt sieht heute anders aus als noch vor wenigen Jahren. Energie wird zunehmend dezentral durch eine nahezu unüberschaubare Anzahl von Energieversorgern erzeugt. Die Komplexität des Marktes ist gestiegen. Das bringt spezifische Herausforderungen mit sich: Das Thema Versorgungssicherheit stellt sich gänzlich anders, denn während herkömmlicherweise Energie kontinuierlich und weitgehend vorhersehbar produziert wurde, fluktuiert die Erzeugung der Erneuerbaren abhängig von Tages- und Jahreszeit, von Sonne und Wind. Mögliche „Blackouts“ beherrschten kurzzeitig die tagespolitische Agenda. Negative Preise beschäftigen die Strombörse und rufen den Gesetzgeber auf den Plan. Und nicht zuletzt: Der Erfolg der Energiewende hängt maßgeblich an der Möglichkeit, effizient Strom zu speichern.

Kurzum: Es wird zur „falschen Zeit“ zu viel erzeugt und zu wenig Energie verbraucht. Die Strombörse ist zunehmend volatil. Volatilität eröffnet aber auch Marktchancen. Das ist im Energiebereich nicht anders.

Dr. Jörg Böttcher
Eine dieser Chancen besteht in der Zwischenspeicherung von Strom. Dass dies nicht nur eine theoretische Option ist, haben jüngst die Ankündigungen von Tesla und Quandt/BMW gezeigt. Beide Unternehmen sind jeweils mit Aufsehen erregenden Ankündigungen zu Hausspeicheranlagen auf Batteriebasis an die Öffentlichkeit gegangen. Tesla will mit seiner "Powerwall" Solarstrom zwischenspeichern und den Eigenverbrauch optimieren. Der Gegenentwurf aus dem Hause Quandt/BMW heißt "MyReserve" und ist bereits erhältlich. Der Markt ist im Umbruch.

Es sind aber keineswegs nur „branchenfremde“ Automobilunternehmen, die ein neues Betätigungsfeld für sich entdeckt haben. Kontinuierlich sinkende Strompreise an der Strombörse belasten die Rentabilität der konventionellen Kraftwerkparks vieler städtischer Stromerzeuger. Nahezu jedes größere Stadtwerk trägt sich mit dem Gedanken, in den Speichermarkt einzusteigen. Erste Projekte wurden erfolgreich umgesetzt oder werden fortentwickelt. Zu erwähnen sind insbesondere der Großspeicher der WEMAG AG in Schwerin, die Strombank der MVV Energie AG in Mannheim, das SolVer Speicherprojekt der HSE AG in Darmstadt. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen. „Städte werden die Energiespeicher der Energiewende“, brachte es ein Vorstand der Mainova AG in Frankfurt am Main auf den Punkt. Es gilt einen ganz beachtlichen Markt mit zahlreichen neuen Akteuren zu erschließen.

Dr. Peter Nagel
Allein im Hausspeichersegment besteht in Deutschland ein Potential von 16 Mio. Haushalten. Der Regelenergiemarkt kommt hinzu. Dabei geht es im Wesentlichen um die Sicherung der Netzstabilität durch die kurzfristige Bereitstellung zusätzlicher Energie. Batteriespeicher können wegen ihrer äußert kurzen Reaktionszeiten auch die sog. Primäregelleistung vorhalten und anbieten – ein wichtiger Beitrag zur Netzstabilisierung in Zeiten der Energiewende.

Das Buch "Batteriespeicher - Rechtliche, technische und wirtschaftliche Rahmenbedingungenwill Akteure aus Wirtschaft, Recht, Verbraucherverbänden und Politik ansprechen – vor allem Entscheidungsträger bei Energieversorgern (Stadtwerken), Energie- und Systemdienstleistern, Netzbetreibern, Direktvermarktern, Planern, Branchenverbänden und Herstellern von Speichern. Es soll fachkundige und umfassende Hilfestellungen zu den wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen von Batteriespeichern im Umfeld eines neu zu erschließenden Marktes geben.

Wir freuen und darauf, das Buch als Herausgeber beim Verlag Walter de Gruyter betreuen zu dürfen und glauben, dass es eine wichtige Bereicherung für den sich entwickelnden Batteriespeichermarkt darstellen kann.


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