Dienstag, 21. Juli 2015

Kommentar: Damit die Kohle gegen Solar und Wind wettbewerbsfähig bleibt, will Australiens Premier neue Kohlesubventionen

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Im Australischen Queensland will die Firma Windlab aus Canberra einen neuen 1,2 Gigawatt großen kombinierten Solar- und Windpark errichten. Nach Analysen von Bloomberg ist diese Ökostromerzeugung wesentlich billiger als das in Konkurrenz dazu geplante und vom Australischen Premier Abbott favorisierte Kohlekraftwerk. Nun hat Abbott verlauten lassen, dass er deshalb das Kohlekraftwerk mit Steuergeldern subventionieren, aber den Erneuerbaren Energien diese Subventionen verweigern will.

Seit seiner Regierungsübernahme 2013 kämpft der Australische Premier Tony Abbott mit allen denkbaren Mitteln für die Australische Kohleindustrie und gegen Erneuerbare Energien. Der erklärte Klimawandelleugner stützt die mächtige australische Kohleindustrie, wo er nur kann. So schaffte er die Kohlenstoffsteuer ab, kappte fast alle Unterstützungen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien und kürzte sogar massiv die Forschungsförderung für Erneuerbaren Energien, was die erfolgreiche australische Solarforschung erheblich beeinträchtigt. 

Doch der Kampf des australischen Premiers wird immer verzweifelter. Trotz aller seiner Schläge gegen die Erneuerbaren Energien wirken sich deren ökonomischen Vorteile im wind- und solarreichen Australien immer mehr aus. So hat der große Gold- und Kupferbergwerkkonzern DeGrussa in Westaustralien jetzt den Zuschlag an JUWI für ein 10 Megawatt Solar- Batteriekraftwerk vergeben, um die hohen Brennstoffkostenkosten seines Dieselkraftwerkes zu reduzieren.

Offensichtlich wirken sich die Preisvorteile der Erneuerbaren Energien jetzt immer stärker – selbst gegen staatliche Repressionen und trotz Subventionen – für die alte Energiewirtschaft aus.

Der deutschen Regierung Merkel/Gabriel sollte diese australische Entwicklung eine Warnung sein. Auch sie hat ähnlich wie Abbott die Erneuerbaren Energien mit der EEG Novelle 2014 massiv unter Druck gesetzt und will ähnlich wie Abbott die Subventionen für die Braunkohlewirtschaft erheblich ausweiten, so der jüngste Beschluss der Koalitionsrunde im Streit um die Kohleabgabe. Dies führt nur zu erhöhten Staatsschulden aber nicht zum gewünschten Ausbremsen der Erneuerbaren Energien. Die Erneuerbaren Energien Wirtschaft in Deutschland sollte also, ähnlich wie die australische Wirtschaft alle Wege suchen, um trotz der Repressionen gegen Erneuerbare Energien die ökonomischen Vorteile zu nutzen und den Ausbau der Erneuerbaren Energien auch ohne staatliche Unterstützung verstärkt voranbringen.

Berlin, den 20. Juli 2015


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