Donnerstag, 2. Juli 2015

Australien: Neues Ausbauziel für Erneuerbare bringt Planungssicherheit

(dena) - Am 23. Juni 2015 hat das australische Parlament das Ziel für den Ausbau erneuerbarer Energien geändert und damit eine mehrmonatige Phase der Planungsunsicherheit beendet. Demnach sollen bis 2020 insgesamt 33 TWh Strom aus erneuerbare Energiequellen erzeugt werden, anstatt wie ursprünglich geplant 41 TWh. Trotz der Absenkung des Ausbauziels erwarten Branchenexperten aufgrund der nun gegebenen Planungssicherheit Investitionen in Höhe von mindestens 14 Milliarden Australischen Dollar (etwa 9,6 Milliarden Euro) bis 2020. Damit bleibt, nach Einschätzung von Marktforschern, ein zu erwartender Zubau von 7,7 GW an Erneuerbaren-Energien-Anlagen, wobei 3,6 GW auf PV-Großanlagen entfallen könnten. Allein ein Privatfonds (Solar Clean Energy Fund No. 1) zur Förderung kommerzieller PV-Anlagen in Sydney soll 20 Millionen Australische Dollar (etwa 13,7 Millionen Euro) für PV-Installationen bereitstellen. Obwohl die Windkraft in einigen Bundesstaaten bereits zur wichtigsten Quelle unter den erneuerbaren Energien aufgestiegen ist und der Kontinent über gute Windpotenziale von bis zu 9 m/s in 80 m Höhe verfügt, könnte der Zubau in diesem Bereich jedoch aufgrund strengerer Bauvorschriften erschwert werden: So wurde eigens eine Beschwerdestelle für von der Installation von Windkraftanlagen betroffene Bürger eingerichtet.

Nach dem Auslaufen der CO2-Steuer und dem damit verbundenen Zertifikatesystem im Juli 2014 findet die Förderung erneuerbarer Energien in Australien derzeit über verschiedene Fonds, die projektgebundene Finanzierungen bereitstellen (z. B. den Renewable Energy Promotion Fund), sowie über Fördermaßnahmen auf bundesstaatlicher Ebene statt. Dazu zählen Stromabnahmevorgaben aus erneuerbaren Energien für Energieversorger, Zuschüsse für Kleinanlagen oder Steuervergünstigungen. Wichtig bleibt für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien in Australien die Politik der einzelnen Bundesstaaten und Territorien, die teilweise eigene Ausbauziele verfolgen (z. B. Queensland). Diese sind in manchen Fällen wesentlich ambitionierter als die gesamtstaatlichen Vorgaben.

2013 waren die Wasserkraft (55 Prozent Anteil am Strom aus erneuerbaren Energien), Windkraft (27 Prozent) und Photovoltaik (11 Prozent) die bedeutendsten erneuerbaren Energieträger Australiens. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung lag 2013 bei 13 Prozent.
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