Freitag, 19. Juni 2015

Kommentar: Irreführende Interpretation der EU Kommission über eigenen Fortschrittsbericht Erneuerbare Energien in Europa

Sehr geehrte Leserinnen und Leser! 

Die EU-28 Länder seien laut der kürzlich erschienen Pressemitteilung zum von der EU Kommission herausgegebenen Renewable Energy Progress Report „auf Kurs“ bei der Erreichung des verbindlichen EU-Ziels eines Erneuerbare-Energien-Anteils von 20 % für 2020.

Das Gegenteil beweist der eigene Bericht der EU Kommission. Die auf Berechnungen der TU Wien basierenden Zahlen im Renewable Energy Progress Report zeichnen ein komplett anderes Bild: Im Jahre 2020 wird die EU auch bei maximalem Einsatz der erneuerbaren Energieträger um ganze 8,5% unter dem festgelegten Ausbauziel von 242,1 Millionen Tonnen Öleinheit bleiben.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch bei den meisten nationalen Zielen ab. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass neun Mitgliedsstaaten, darunter auch große Volkswirtschaften wie Frankreich, Großbritannien und Spanien, ihre Ziele unter Beibehaltung der aktuellen Politik nicht erreichen werden. Dies gilt ebenso für die deutschen Ausbauziele, wie ich vor kurzem in einer Schlagzeile berichtet habe.

Es bleibt festzuhalten, dass die EU die ohnehin schon wenig ambitionierten Ausbauziele mit aktueller Politik nicht erreichen wird. Dass dies auch noch durch Falschaussagen im eigenen Pressebericht verschleiert wird ist unglaublich. Zu erklären ist dies nur, dass der EU Kommission unter einer positiven Rhetorik in Wirklichkeit die vielen gegen die Erneuerbaren Energien gerichteten nationalen Gesetze der meisten EU Mitgliedsländer deckt, damit Kohle und Atom weiter geschützt werden. Bedenklich ist auch, dass viele Medien einfach die Pressemitteilung der EU-Kommission übernommen haben, ohne zu schauen, ob die Aussagen überhaupt stimmen.

Den vollständigen „Renewable Energy Progress Report“ finden Sie hier.

Berlin, den 19. Juni 2015


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