Dienstag, 30. Juni 2015

Höchstspannungsnetze dürfen auch vollständig erdverkabelt werden

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

In der öffentlichen Debatte steht einer Forderung nach vollständiger Erdverkabelung der neuen HGÜ-Leitungen, z.B. SuedLink, die Behauptung entgegen, dass dies rechtlich nicht zulässig wäre.

Vor allem Netzbetreiber wie Tennet verweisen darauf, dass der Gesetzgeber nur engbegrenzte Teilerdverkabelungsstrecken zu lassen würde, aber keine Erdverkabelung als Regelfall. Die Bundesregierung sieht dies offensichtlich anders. Rechtliche Gründe sprechen aus ihrer Sicht nicht gegen eine vollständige Verkabelung, sondern lediglich technische und wirtschaftliche Argumente, sobald der gerade im parlamentarischen Verfahren befindliche Gesetzesentwurf im Bundestag verabschiedet ist. Eine Analyse der Antwort der Bundesregierung vom 28.4.2015 auf die Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zu „Bürgerbeteiligung und Erdverkabelung beim Stromnetzausbau“ zeigt dies klar in der Antwort auf die Frage Nr. 34 auf (http://bit.ly/1JtcNE1). Dort erwähnt die Bundesregierung keine rechtlichen Aspekte gegen eine Vollerdverkabelung als Hinderungsgrund.

Mit voranschreitender Entwicklung und Erkenntnissen könnten die technischen und wirtschaftlichen Gründe aber durchaus ausgeräumt werden, was gerade bei den geplanten Gleichstromleitungen leichter erscheint, als bei den Wechselstromleitungen.

Nun gilt es auf die Bundesnetzagentur und die Netzbetreiber politisch Einfluss zu nehmen, damit sie die Erdverkabelung als Regelfall anerkennen und planerisch auch anwenden, sowie erste Pilotverfahren ausschreiben, um endlich belastbare Erkenntnisse z.B. über die Kosten zu bekommen. Im Bundestag gibt es entsprechende Bewegungen. Selbst Wirtschaftsminister Gabriel forderte kürzlich bei seiner Rede auf dem BDEW Kongress die großen HGÜ Leitungen weitgehend unter die Erde zu legen. (Die Rede finden Sie hier: http://bit.ly/1LE0ZPS Die entsprechende Passage finden Sie ab Minute 39.)

Tatsächlich würde die vollständige Erdverkabelung die Akzeptanz für die neuen Leitungen wie den SuedLInk enorm verbessern. Die Erdkabel würden nur eine Schneise von 20 Metern im Wald benötigen, die Freileitungen dagegen 80 Meter. Zudem können die Erdkabel mit Beton durchwurzelungsfest ummantelt werden, weshalb die Schneise sogar wieder zuwachsen könnte. Die Landschaftsoptik wäre anders als bei den hässlichen Freileitungen vollständig geschützt. Die von vielen Anwohnern gefürchteten gesundheitlichen Emissionen gibt es mit Erdkabeln nicht.

Am Mittwoch stelle ich in einer Veranstaltung in Bad Brückenau mitten im Zentrum der SuedLink-Gegner die Möglichkeit der Erdverkabelung anstelle von Freileitungen vor. Sie sind herzlich eingeladen! Weitere Infos finden Sie hier: www.energie-rhoen.de

Berlin, den 29. Juni 2015


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