Montag, 18. Mai 2015

Energieaudit nach EDL-G: Verpflichtet oder nicht?

● RA Dr. Markus Ehrmann, Hamburg, und Sebastian Gallehr, Frankfurt am Main ● 

Die Änderung des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) trat am 22. April 2015 in Kraft. Laut § 8 EDL-G sind Unternehmen verpflichtet bis zum 5. Dezember ein Energieaudit durchzuführen. Die Verpflichtung zur Durchführung von Energieaudits betrifft alle Unternehmen, die keine Kleinstunternehmen, kleinen und mittleren Unternehmen („KMU“) im Sinne der europarechtlichen Definition (Empfehlung 2003/361/EG der Kommission vom 6. Mai 2003, Amtsblatt L 124 vom 20. Mai 2003, S. 36) sind. 

Die Verpflichtung betrifft also nicht nur Unternehmen des produzierenden Gewerbes, sondern Unternehmen aller Art, etwa auch Dienstleister und Handelsunternehmen. Als Nicht-KMU gelten Unternehmen, die mehr als 250 Mitarbeiter beschäftigen oder einen Jahresumsatz von € 50 Mio. bzw. eine Jahresbilanzsumme von € 43 Mio. überschreiten. In die Berechnung der Mitarbeiterzahlen und Finanzen müssen Partnerunternehmen sowie verbundene Unternehmen einbezogen werden. Auch internationale Partner und Standorte, sowie öffentliche Stellen beeinflussen Ihren Unternehmensstaus. 

Ein Orientierungswerkzeug (Excel-Toolzur Überprüfung des KMU Status eines Unternehmens oder eines Unternehmensverbundes nach Empfehlung der EU-Kommission vom 6. Mai 2003 betreffend die Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen 2003/361/EG (ABl. L 124 vom 20.05.2003, S. 36) steht hier zur kostenlosen Benutzung zur Verfügung. Es bietet Unterstützung bei der Frage, ob ein Unternehmen verpflichtet ist, ein Energieaudit nach den gesetzlichen Bestimmungen der §§ 8 ff. EDL-G durchzuführen oder nicht. 
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