Freitag, 17. April 2015

Wissenschaft aktuell: Abschlussbericht zur Geräuschbelastung durch Windenergieanlagen

(EnergieAgentur.NRW) - Wissenschaftler haben die stresspsychologischen und akustischen Auswirkungen von Windenergieanlagen untersucht. Es ist die erste systematische Studie zur Lärmbelastung ihrer Art. Die Geräusche von Windparks sollen demnach Anwohner deutlich weniger stören als häufig angenommen. Jetzt liegt der Abschlussbericht des von der Deutschen Umweltstiftung geförderten Forschungsprojekts vor. Er wirft vor allem weitere technisch-physikalische Forschungsfragen auf.

Windenergieanlagen gelten als häufige und lästige Lärmquellen. Sie sollen rauschen, fauchen und viele Anwohner von Windparks um ihren Schlaf bringen. Weil das Lärmempfinden subjektiv ist, haben Wissenschaftler der Arbeitsgruppe Umweltpsychologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) einen Langzeit-Feldversuch gestartet. Über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren haben sie rund 200 Anwohner eines Windparks im niedersächsischen Wilstedt wiederholt befragt, zu welchen Zeiten, ob und wie sich der Windpark auf ihren Alltag, ihren Schlaf und andere körperliche und psychische Bereiche auswirkt. Parallel dazu haben Akustiker des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) untersucht, wie sich die Geräuschwahrnehmung physikalisch erklären lassen und ob sie durch technische Veränderungen positiv beeinflussbar sind. Auf diese Weise wurden die Zusammenhänge zwischen Windenergieanlagengeräuschen und der gefühlten Beeinträchtigung differenziert empirisch beschrieben. Die Ergebnisse wurden in einem Expertenworkshop im vergangenen Juni kritisch diskutiert. Jetzt liegt der Abschlussbericht vor.
Die große Mehrheit der Wilstedter Studienteilnehmer habe sich durch die benachbarten Windenergieanlagen nicht in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt gefühlt. 

Schall ist mehrheitlich keine Geräuschbelastung

Als Lärmquelle seien die Windenergieanlagen mit Verkehrsgeräuschen vergleichbar, stellt die Studie fest. Im Verhältnis zu landwirtschaftlichen Fahrzeugen mit Ballonreifen, die durch den Ort fahren, seien sie wesentlich leiser. Die Stressbeschwerden von 16 Prozent der befragten Anwohner des ortsnah gelegenen Windparks gehen auf den Verkehrslärm zurück. „Dagegen gaben lediglich zehn Prozent der Befragten an, durch die Geräusche des Windparks stark belästigt zu werden”, sagt Dr. Johannes Pohl. Die große Mehrheit der Wilstedter Studienteilnehmer habe sich durch die benachbarten Windenergieanlagen nicht in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt gefühlt. Im Laufe des Untersuchungszeitraums habe sogar die Zahl der Personen abgenommen, die sich durch die Geräusche des Windparks belästigt fühlten. ... ... Weiterlesen →



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Anmerkung der Herausgeber von Lexegese: beim obigen Beitrag handelt es sich um einen Auszug aus einem Aufsatz, der ursprünglich beim EnergieDialog.NRW der EnergieAgentur.NRW erschienen ist und dort im Volltext abgerufen werden kann. Wir danken den Autoren. 

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