Mittwoch, 25. März 2015

Greenpeace beantragt Entzug der Betriebserlaubnis für das Atomkraftwerk Brokdorf

(LEXEGESE) - Greenpeace fordert nach eigenen Angaben von der Atomaufsicht in Schleswig-Holstein, dem Atomkraftwerk Brokdorf die Betriebserlaubnis zu entziehen. Dazu reichte die Umweltorganisation am 24. März 2015 gemeinsam mit einem Anwohner einen Antrag auf Widerruf der Betriebsgenehmigung ein.

Hintergrund

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte im Januar 2015 nach jahrelangem Rechtsstreit den Entzug der Genehmigung für das Zwischenlager am Atomkraftwerk Brunsbüttel bestätigt (siehe hier). Nach Auffassung von Greenpeace ebnet dies und die Anerkennung des Schutzanspruchs der Anwohner von Atomanlagen den Weg für weitere ähnliche Entscheidungen. 

Greenpeace hatte bereits am 12. Dezember 2001, unmittelbar nach den Terroranschlägen des 11. September, Anträge auf Widerruf der Betriebsgenehmigungen aller damals laufenden Atomreaktoren gestellt. Die erhobenen Klagen gegen die sieben ältesten AKW und das AKW Krümmel wurden aber nicht mehr vor Gericht entschieden, da diese AKW nach Atomunglück in Fukushima abschaltet wurden.

Der Antrag

Einer der Antragsteller, der gemeinsam mit Greenpeace nun gegen das AKW Brokdorf vorgehen, lebt nur anderthalb Kilometer vom Reaktor entfernt. Bei einem Kernschmelzunfall mit großer radioaktiver Freisetzung wäre er von sehr hohen möglichen Strahlendosen betroffen. Ausgelöst werden könnte ein solcher Super-GAU durch einen terroristischen Angriff, der zu schweren Schäden am AKW und hoher radioaktiver Kontamination führen könnte.

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