Mittwoch, 25. Februar 2015

Windenergie in Bürgerhand: Von der Idee zum Geschäftsmodell

(EnergieAgentur.NRW) - Die Errichtung eines Bürgerwindparks von der Planung bis zu Netzeinspeisung ist ein großes Gemeinschaftsprojekt. Es bedeutet nicht nur, finanzielle Mittel zu erschließen und hohe Anfangsinvestitionen zu stemmen. Es erfordert auch Fachwissen, Ausdauer und eine gute Vernetzung aller beteiligten Akteure. Wie gelingt es, ein solches Vorhaben auf den Weg zu bringen? Welche Strategien sorgen für den nötigen Rückenwind? Dies ist der erste Teil unserer Serie über den Weg zum Bürgerwindpark.

Am Anfang stand eine Idee: „Wir wollen den Wandel von einem Energiesystem basierend auf fossilen und nuklearen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energien tatkräftig durch eigene Aktivitäten unterstützen“, erinnert sich Stefanie Usbeck, die der Energiegenossenschaft Windfang eG vorsteht, an die Gründungsjahre. „Als erste Frauenenergiegemeinschaft in Deutschland setzen wir uns seit 1992 aktiv für eine Energiewende ein. Damals waren wir vielleicht gerade mal zwei Handvoll interessierter Frauen. Anlass war das Konkrete: Wir wollten einen potenziell geeigneten Standort pachten, um dort eine Windenergieanlage zu errichten.“ Die Windfang-Frauen sind Energiebürgerinnen der ersten Stunde. Heute finanzieren und betreiben über 200 Genossinnen zehn Windenergieanlagen und eine Photovoltaikanlage mit einer durchschnittlichen Stromproduktion von 5,3 Millionen Kilowattstunden im Jahr. „Damit decken wir den durchschnittlichen Strombedarf von 1.325 Vier-Personen-Haushalten“, rechnet Usbeck vor. „Und für nahezu alle bedeutete es learning by doing.“

Mittlerweile schieben viele bürgerschaftliche Akteure die „Energiewende von unten“ an. Beinahe die Hälfte der in Deutschland installierten Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist – gemessen an der Leistung – in Bürgerhand. Noch stellt die Windenergienutzung den kleineren Anteil daran. Windparks sind große und lukrative Projekte, bei denen Bürger häufig außen vorbleiben, weil potente Investoren häufig schneller sind und sich Optionen und Grundstücke frühzeitig sichern. Ein Phänomen, das lokale Opposition gegen Windenergieprojekte schürt. Deshalb werden Geschäftskonzepte, die auf einer frühzeitigen Einbindung der Bürger in die Vorhabenplanung gründen, zunehmend attraktiver, glaubt Burghard Flieger, Vorstand der innova-Genossenschaft, einer Entwicklungspartnerschaft, die bundesweit bei der Gründung von Selbsthilfegenossenschaften berät und Weiterbildungsseminare anbietet: „Bürger werden somit selbst zu Akteuren: Sie werden Financiers, Mitentscheider und Betreiber.“

Gemeinsam handeln 

Doch wie finden Windenergiebürger zueinander? ...  Weiterlesen →



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Anmerkung der Herausgeber von Lexegese: beim obigen Beitrag handelt es sich um einen Auszug aus einem Aufsatz, der ursprünglich beim EnergieDialog.NRW der EnergieAgentur.NRW erschienen ist und dort im Volltext abgerufen werden kann. Wir danken den Autoren. 

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