Freitag, 13. Februar 2015

Kommentar: Atomvertreter in der Endlagerkommission

Zurücktreten, bitte!
Klage der Atomkonzerne macht weitere Zusammenarbeit unmöglich
 Jörg Sommer
Die Arbeit der Endlagerkommission steht nach den Klagen von RWE, Vattenfall und E.on endgültig vor der Zerreißprobe. Es ist offensichtlich, dass die Atomkonzerne systematisch den gesamten Atomkonsens aushebeln wollen. Sie wollen Gorleben auf dem Klageweg durchsetzen, keine Suche nach Alternativen finanzieren, sie wollen das Standortauswahlgesetz und damit die Grundlage der Endlagerkommission kippen.

Die blumigen Erklärungen ihrer beiden Vertreter, man wolle in der Kommission gleichzeitig vertrauensvoll zusammenarbeiten, erscheinen so als blanke Rhetorik. Die Atomkonzerne haben den angestrebten gesellschaftlichen Konsens längst aufgekündigt.

Wiederholt hat es die Endlagerkommission verpasst, sich deutlich zu den Klagen der Atomkonzerne zu positionieren. Ich fordere deshalb als Mitglied der Endlagerkommission die Herren Jäger und Fischer auf, ihr Mandat in der Kommission umgehend niederzulegen oder zumindest ruhen zu lassen, solange ihre Klagen nicht vom Tisch sind.

Formell an einem Konsens mitwirken zu wollen, dessen Grundlagen man gleichzeitig mit Millionenklagen untergräbt - das geht nicht.
Ihr Jörg Sommer
 
Weitere lesenswerte Beiträge:
Täglich aktuelle Informationen rund um das Thema Atommüll und die Arbeit der Endlagerkommission finden Sie auf: www.antiatomblog.de
Jörg Sommer, Schriftsteller, Journalist und Vorsitzender der Deutschen Umweltstiftung, arbeitet u.a. in der "Kommission zur Lagerung hochradioaktiver Abfallstoffe" des Deutschen Bundestages mit. Diese Kommission umfasst 32 Mitglieder aus Politik, Wissenschaft und gesellschaftlichen Gruppen. Sie soll einen Neustart für die Suche nach einem Endlager entwickeln. Die Deutsche Umweltstiftung, die größte Bürgerstiftung Deutschlands, ist bereits seit 1982 aktiv im Umweltschutz tätig. Weitere Informationen zur Stiftung finden sie hier.
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