Freitag, 16. Januar 2015

Kommentar: Konventionelle Stromerzeugung doppelt so teuer wie Erneuerbare

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Was würde Strom eigentlich kosten, wenn die versteckten Kosten der fossilen und nuklearen Erzeugung transparent auf den Strompreis umgelegt würden?

Diese Frage hat das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) nun im Auftrag von Greenpeace Energy beantwortet. Im Jahr 2015 müssten die Verbraucher 10,6 Cent/kWh zusätzlich zahlen, wenn es eine „Konventionelle-Energien-Umlage“ gäbe. Das ist fast doppelt so viel wie die EEG-Umlage (6,17 Cent/kWh). Der Betrag dieser Umlage würde aufgrund zunehmender externer Kosten weiter steigen, während die EEG-Umlage inzwischen sinkt.

Doch anstatt wie bei der EEG-Umlage die Kosten für den Ausbau transparent über die Stromrechnung auszuweisen, werden die Kosten konventioneller und nuklearer Stromerzeugung erstens durch Finanzhilfen und Steuervergünstigungen verdeckt, die für den Verbraucher nicht so plakativ sichtbar sind wie die EEG-Umlage. Zweitens werden die enormen Folgekosten für Gesundheit, Umwelt und Klima, die durch fossile und nukleare Stromerzeugung verursacht werden, nicht in den Strompreis einbezogen. Am Ende müssen nicht die Kraftwerksbetreiber, sondern die gesamte Gesellschaft für den Rückbau der AKW, die Lagerung des Atommülls, Klima- und Umweltschäden aufkommen.

Greenpeace Energy weist zu Recht darauf hin, dass zu oft vergessen wird, dass die Energiewende nicht nur dem Klimaschutz dient, sondern auch die Verringerung der „volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung auch durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte“ zum Ziel hat (EEG § 1).

Aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen ist daher der schnelle Ausbau der Erneuerbaren Energien der einzig sinnvolle Weg. Es ist höchste Zeit, staatliche Förderungen für fossile und nukleare Energieträger zu streichen und durch Steuervergünstigungen für Erneuerbare Energien zu ersetzen sowie die externen Folgekosten konventioneller Energien durch eine CO2-Steuer zu internalisieren.

Die Studie finden Sie hier: www.foes.de/publikationen/studien



langjähriger Sprecher der Bayerischen Solarinitiativen
Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG
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