Donnerstag, 27. November 2014

Kommentar: SuedLink ganz verkabeln

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Mit dem neuen 525kV Kabel von ABB kann die vollständige Erdverkabelung der beschlossenen Hochstrom- Gleichstrom- Übertragungsleitungen (HGÜ) verwirklicht werden. Der Eingriff in die Landschaft ist so minimal wie ein Feldweg und die Kosten für die gesamte Verkabelung der SuedLink Leitung liegen deutlich niedriger als die von Freileitungen. Das zeigen die Berechnungen und Analysen der Firma Infranetz AG, die bereits kleinere HGÜ Leitungen im Bereich von 300 kV verwirklicht hat. Die fertigen Berechnungen liegen jetzt vor, nachdem ABB im August dieses Jahres das neue 525kV Kabel vorgestellt hatte. (Siehe Ergebnisdarstellung auf meiner Homepage:http://bit.ly/1uKQBba).

Die Proteste entlang der im Bundestag beschlossenen HGÜ Leitungen richten sich vor allem gegen die großen Freileitungen, die mit erheblichem Eingriff in die Natur und das Landschaftsbild einhergehen. Befürchtet werden auch gesundheitliche Auswirkungen, die allerdings wegen des Gleichstromes nicht nennenswert sind.

Beim Gesetzesbeschluss dieser Leitungen hatte ich mich im Bundestag, wie die gesamte Grüne Bundestagsfraktion enthalten, weil wir zwar die Notwendigkeit der neuen Leitungen für den Atomausstieg für richtig hielten und auch weiterhin sehen, aber die im Gesetz vorgesehene Bürgerbeteiligung und die Möglichkeiten der Erdverkabelungen völlig unzulänglich sind.

Mit diesen neuen technischen Möglichkeiten sollte der Bundestag schnellstens eine Gesetzesänderung herbeiführen, damit die vollständige und kostengünstige Erdverkabelung durchgängig verwirklicht werden kann. So kann wieder Frieden in der aufgewühlten Bürgerschaft entlang den geplanten HGÜ Trassen hergestellt werden.

Damit würde auch der leicht durchschaubaren Atomlaufzeitverlängerungspolitik des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer ein Riegel vorgeschoben. Er schürt mit seiner CSU aktiv die Proteste gegen die Hochspannungsleitungen in Bayern und arbeitet gleichzeitig am Verhindern des Ausbaus der Erneuerbaren Energien, wie mit dem kürzlich beschlossenen 10H Gesetz gegen die Windkraft. Wer wie Seehofer weder den Zustrom von Strom nach Bayern will und den Ersatz der heute noch 50%igen Atomstromerzeugung mit Erneuerbaren Energien in Bayern verhindert, kann nur die erneute Laufzeitverlängerung der Atomkraft in Bayern zum Ziel haben. Denn mit der aktuellen bayerischen Energiepolitik gibt es überhaupt keine Chance, den Atomstrom bis 2021 zu ersetzen. 

Mit dem neuen 525kV Erdkabel von ABB kann die Landschaft geschützt und der Ausbau der Leitungen kostengünstiger als Freileitungen geschaffen werden.

Berlin, den 27. November 2014

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