Samstag, 1. November 2014

Kommentar: Klimaschäden messbar machen

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldete gestern, die ersten zehn Monate des Jahres seien so warm ausgefallen wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen 1881. 2014 hat gute Chancen, das wärmste Jahr seit 130 Jahren zu werden. Und die Folgen der globalen Erwärmung spürt nicht nur Deutschland. 

Doch welche Konsequenzen ziehen die Staatschefs? Bei den Klimaschutzkonferenzen geht es wie immer nur um die Lastenverteilung der angeblichen Kosten für den Klimaschutz. Dabei ist längst überall und immer häufiger in Form von Extremwetterereignissen spürbar, dass uns die Kosten der Erderwärmung unendlich viel teurer zu stehen kommen. Die Folgen des Klimawandels sind allgegenwärtig, und nicht mehr nur ferne Belastungen für zukünftige Generationen. 

Wie stark die Kosten durch Extremwettereignisse tatsächlich sind, ist jedoch häufig schwer ersichtlich, da diese oft lokal begrenzt stattfinden: Hagelschäden, plötzliche Hochwasser, Stürme, Windhosen o.ä. 

Um diese Schäden zu bemessen, hat nun die lokale Agenda 21 in der Stadt Wetter (Ruhr) beschlossen, einen jährlichen Schadensbericht aufzustellen. Das Beispiel des größten Schadens 2013 in Wetter verdeutlicht die Vorgehensweise in dem Bericht. So lag der ehrenamtlich erbrachte Aufwand von Feuerwehr und THW nach dem Starkregen-Ereignis am 20. Juni 2013 bei 200 Arbeitstagen. Dies entspricht knapp der gesamten Jahresarbeitsleistung einer Person. Für diesen enormen Leistungssaufwand musste jedoch kein Geld ausgeben werden, weshalb solche Leistungen auch nicht in übergeordneten Schadensbilanzen von Versicherungen auftauchen. Neben diesen ehrenamtlichen Tätigkeiten hat sich auch der Stadtbetrieb Wetter mit gut 120.000 Euro an der Schadensbeseitigung beteiligt. Insgesamt ist demnach ein nachvollziehbarer finanzieller Schaden in Höhe von mindestens 1,08 Mio. Euro entstanden. 

Die lokale Agenda 21 in Wetter regte nun an, dass bundesweit überall entsprechende lokale jährliche Schadensberichte aufgestellt werden. 

Sie sollen beitragen, den Bewusstseinswandel in der öffentlichen Diskussion für die Klimaschäden herbeizuführen. Mit einem systematischen Monitoring der Extremwetter-Schäden werden laut Agenda 21 insbesondere zwei Ziele verfolgt:
  • Das Bewusstsein für die Entwicklung und die Höhe des Schadenpotentials der Extremwetter soll geschärft werden
  • Die Entscheidungsgrundlage für die Politik soll erweitert werden, insbesondere was die Beurteilung der benötigten Geschwindigkeit zur Umsetzung der Energiewende angeht
Um anzufangen wird die lokale Agenda 21 Wetter (Ruhr) e.V. die Schäden aufgrund extremer Wetterereignisse in Zusammenarbeit mit der Stadt Wetter (Ruhr), dem Stadtbetrieb Wetter (Ruhr), der Feuerwehr, dem THW, der DLRG, den jeweils betroffenen Bürgern und den kooperationsbereiten wetteraner Versicherungsmaklern für die Stadt jährlich erheben und darüber berichten.

Weitere Informationen: 
Lokale Agenda 21 Wetter (Ruhr) e.V. 
Dieter Röllke und Rolf Weber 


Berlin, den 31. Oktober 2014

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