Freitag, 23. Mai 2014

Kommentar: Billiger Ökostrom macht Druck auf die Kohle

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

In jüngster Zeit taucht in vielen Kommentaren die Behauptung auf, dass die Energiewende erfolglos sei, weil die Braunkohleverstromung zugenommen habe und deshalb der CO2 Ausstoß im Jahre 2013 sogar gestiegen sei. Dabei wird oftmals unterstellt, der Ausbau der Erneuerbaren Energien trage daran Schuld. Eine völlig abstruse Darstellung! Die weitgehend emissionsfreien Erneuerbaren Energien für den Missstand des verstärkten Anwerfens der Braunkohle verantwortlich zu machen, ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Zudem darf nicht übersehen werden, dass die momentane Betrachtung eben nur eine Momentaufnahme, ein Zwischenergebnis auf dem Weg zu 100% Erneuerbaren Energien ist. Spätestens mit 100% Erneuerbaren Energien wird der CO2-Ausstoß aus Kohlekraft (und anderen fossilen Kraftwerken) beendet. Dass wir auf schnellstem Wege dazu sind, zeigen die neuesten Zahlen: Der Anteil der Erneuerbaren Energien im 1. Quartal 2014 stieg auf 27%. Der billige Ökostrom führt dazu, dass nun die Betreiber die Schließung von 45 Kohlekraftwerken angekündigt haben. Wenn die Schließung realisiert ist, ist dies ein deutlicher Beitrag zur CO2-Emissionsminderung!

Zudem ist zu hinterfragen, ob es denn wirklich 2013 eine Erhöhung der CO2-Emissionen im gesamten Absatzmarkt des deutschen Ökostromes gegeben hat. Der hohe Anteil des Ökostromes beim Export in die Nachbarländer dämmte dort schließlich die Erzeugung von meist umweltschädlichem Kohle- und Atomstrom ein. Eine Gesamtbilanz der Emissionswirkung durch den Ausbau des deutschen Ökostromes gibt es bisher nicht. Es kann durchaus sein, dass aufgrund dieses Effektes trotz des erhöhten Braunkohlestromes in Deutschland die Gesamtbilanz für den Klimaschutz selbst 2013 positiv ist. Es ist nicht unerheblich, dass die wegen des Ökostromes billigen Börsenstrompreise in Deutschland großen Druck auf die umweltschädliche Stromproduktion der Nachbarländer ausgeübt haben. Tschechien sagte deshalb das Ausschreibungsverfahren für den Neubau zweier Atomkraftwerke in Temelin ab. Auch das AKW Grafenrheinfeld geht früher als nach Gesetz verordnet vom Netz.

Der Ausbau des Ökostromes wirkt damit im Sinne des Atomausstieges und des Klimaschutzes und das sogar über die deutschen Grenzen hinaus. Lassen Sie sich durch interessengeleitete Kommentare, die dies in Frage stellen nicht verunsichern!


Berlin, den 22. Mai 2014

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