Mittwoch, 30. April 2014

Kommentar: Erneuerbare Energien stärken Wirtschaftsstandort Deutschland

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Eine Studie der Agentur für Erneuerbare Energien hält darüber hinaus den Energiewende-Skeptikern entgegen, dass die deutsche Industrie vom kontinuierlichen Ausbau der Erneuerbaren Energien umfassend profitiere. Von einer Schwächung des Industriestandortes Deutschland durch Erneuerbare Energien, wie es der Bund der Deutschen Industrie (BDI) unentwegt behauptet, kann also keine Rede sein. Abwanderungen der Industrie aufgrund gestiegener Strompreise kann die Agentur für Erneuerbare Energien nicht feststellen. Ganz im Gegenteil: der Stromgroßhandelspreis in Deutschland gehört mit durchschnittlich 3,78 Cent am Spotmarkt zu den niedrigsten Europas, wodurch vor allem Deutschlands energieintensive Industrie profitiert. Gerade die Stahlindustrie hat ihre Produktion in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert.

Damit ist auch klar, warum der BDI trotz anderslautender Fakten unentwegt gegen Erneuerbare Energien polemisiert: es geht ihm offensichtlich um die Wahrung der Geschäftsmodelle seiner großen Beitragszahler, nämlich der großen Stromkonzerne. Diese haben aufgrund fehlgeleiteter Geschäftsmodelle in den letzten Jahren starke Umsatzrückgänge verbucht. Abgesehen davon geht es der deutschen Industrie im Vergleich zum Rest Europas hervorragend, weshalb auch der Industriestandort Deutschland in internationalen Ranking Spitzenplätze einnimmt.

Laut Studie seien die Investitionen in Erneuerbare Energien zwar im dritten Jahr in Folge zurückgegangen, beliefen sich aber allein im letzten Jahr noch immer auf 16,3 Milliarden Euro. Die Studie unterstreicht außerdem, dass im Jahr 2012 35 Prozent der installierten Leistung aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen von Privatpersonen installiert wurde, während die vier großen Energiekonzerne gemeinsam lediglich fünf Prozent ausmachen. Damit wird nochmals deutlich, dass die Energiewende im Wesentlichen von den Bürgerinnen und Bürgern ausgeht und die Energiekonzerne trotz aller öffentlichen Rhetorik immer noch an ihren alten Geschäftsmodellen festhalten, statt endlich auch selbst in Erneuerbare Energien zu investieren.

Die komplette Studie der Agentur für Erneuerbare Energien finden Sie hier: http://bit.ly/1rr4daJ

Berlin, den 25. April 2014




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Hinweis der Herausgeber von LEXEGESE: Hans-Josef Fell ist ehemaliges Mitglied der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen und Autor des Entwurfs zum EEG 2000.


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