Freitag, 7. März 2014

Länderprofil Tschechien

(Exportinitiative Erneuerbare Energien) - Im Rahmen der Exportinitiative Erneuerbare Energien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) ganz aktuell das Länderprofil Tschechien veröffentlicht.

Der tschechische Energiemarkt ist vollständig liberalisiert. Die aktuelle Strom- und Wärmeversorgung basiert in erster Linie auf dem Einsatz fossiler Energieträger. Während der Bedarf an Braun- und Steinkohle vollständig aus heimischer Produktion gedeckt werden kann, muss das benötigte Erdöl und Erdgas nahezu gänzlich importiert werden. Mehr als ein Drittel der tschechischen Stromproduktion wird heute durch Kernenergie bestritten, deren Anteil nach aktuellen Plänen der Regierung in den kommenden Dekaden weiter ausgebaut werden soll. Gemäß Vorgabe der EU soll jedoch zugleich auch der Anteil der erneuerbaren Energien am tschechischen Gesamtenergieverbrauch von etwa sieben Prozent im Jahr 2011 auf dreizehn Prozent im Jahr 2020 gesteigert werden. Der von Prag in diesem Zusammenhang angestrebte Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch soll im selben Jahr 13,5 Prozent erreichen.

Die erneuerbaren Energien – insbesondere die Photovoltaik – erlebten in Tschechien in den letzten Jahren bereits einen rasanten Aufschwung, der vor allem durch die attraktiven Förderbedingungen begünstigt wurde. Der kontinuierliche Anstieg des Anteils erneuerbarer Energien am tschechischen Stromverbrauch, der 2012 bereits etwa 11,5 Prozent erreichte, führte jedoch ebenfalls zu einer Strompreissteigerung, die von Politik, Wirtschaft und Bevölkerung negativ aufgenommen wurde. Die Regierung sah sich daher zunehmend zum aktiven Handeln gezwungen und schränkt seit 2010 kontinuierlich die Förderung für erneuerbare Energien ein. Hierbei wird zum Teil auch nicht vor kontrovers diskutierten Maßnahmen, wie der Einführung einer rückwirkenden Solarabgabe, zurückgeschreckt. Eine im September 2013 verabschiedete Novelle des tschechischen Erneuerbare-Energien-Gesetzes schaffte nun, mit gewissen Ausnahmen, die Förderung der Stromerzeugung durch Anlagen auf Basis erneuerbarer Energien, die nach dem 31.12.2013 in Betrieb gehen, völlig ab. In den nächsten Monaten wird sich nun zeigen, ob die Energieversorgung durch Wind, Biomasse oder Solarkraft auch ohne die garantierte Vergütung attraktiv genug ist, um neue Kapazitäten entstehen zu lassen.

Das Länderprofil Tschechien gibt Auskunft über den Stand der Maßnahmen und Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien im Zielmarkt.

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