Dienstag, 10. Dezember 2013

Hinweisverfahren 2013/19 (Messung beim Marktintegrationsmodell, § 33 Abs. 4 EEG 2012) veröffentlicht

(LEXEGESE) - Die Clearingstelle EEG hat den Hinweis 2013/19 zum Thema "Messung beim Marktintegrationsmodell (§ 33 Abs. 4 EEG 2012)" veröffentlicht. In diesem Hinweisverfahren wurde von der Clearingstelle EEG geklärt, was die notwendigen Messeinrichtungen i. S. v. § 13 Abs. 1 i. V. m. § 33 Abs. 4 EEG 2012 bei PV-Anlagen, die dem Marktintegrationsmodell i. S. v. § 33 Abs. 1 EEG 2012 unterfallen, sind und wie die Abrechnung bei diesen Anlagen vorzunehmen ist. Gegenstand des Hinweises sind auch Zubau-Konstellationen. 

Leitsätze der Clearingstelle EEG

Die Clearingstelle EEG hat dazu folgende Leitsätze entwickelt:

1. Bei PV-Anlagen, die dem Marktintegrationsmodell gem. § 33 EEG 2012 unterfallen und in Überschusseinspeisung betrieben werden, ist ein PV-Erzeugungszähler für die erzeugte Strommenge sowie ein Zweirichtungszähler (bzw. zwei Einrichtungszähler) für die in das Netz für die allgemeine Versorgung eingespeiste sowie die aus dem Netz bezogene Strommenge für eine hinreichend genaue und transparente Erfassung notwendig (vgl. Anhang 3.3, Abbildung 2, links).

2. Die Abrechnung mehrerer dem Marktintegrationsmodell unterfallender PV-Anlagen über eine gemeinsame Messeinrichtung gem. § 19 Abs. 2 EEG 2012 ist möglich, auch wenn die Module unterschiedliche Inbetriebnahmedaten aufweisen und damit ggf. für den in Ihnen erzeugten Strom unterschiedliche Vergütungssätze gelten (vgl. Anhang 3.3, Abbildung 2, rechts). In diesem Fall ist den einzelnen Anlagen die Strommenge im Verhältnis der installierten Leistung der einzelnen PV-Anlagen zur installierten Gesamtleistung zuzuordnen.

3. Werden zu PV-Anlagen, die nicht dem Marktintegrationsmodell unterfallen, PV-Anlagen hinzugebaut, die dem Marktintegrationsmodell unterfallen (oder umgekehrt), ist die Regelung des § 33 Abs. 4 EEG 2012 zu beachten:

(a) Immer dann, wenn durch den Messaufbau sichergestellt ist, dass die von den jeweiligen PV-Anlagen erzeugten und eingespeisten Strommengen eindeutig und aufgrund von Messdaten ermittelt werden können, werden diese nicht i. S. d. Regelung des § 33 Abs. 4 EEG 2012 „über eine gemeinsame Messeinrichtung“ abgerechnet; es findet dann kein Verstoß gegen § 33 Abs. 4 EEG 2012 statt (im Einzelnen zu typischen Fallkonstellationen bei siehe Abschnitte 2.3.1 bis 2.3.4 sowie die Schaltbilder in den Anhängen 3.4 bis 3.7).

(b) Die Aufteilung eines Messwertes mehrerer PV-Anlagen, die nicht alle dem Marktintegrationsmodell unterfallen, entsprechend der jeweiligen Anlagenleistung gemäß § 19 Abs. 2 EEG 2012 verstößt gegen § 33 Abs. 4 EEG 2012. In der Folge verringert sich gem. § 33 Abs. 4 Satz 2 EEG 2012 der Vergütungsanspruch bis zum Ablauf des ersten Kalendermonats, der auf die Beendigung des Verstoßes folgt, für den gesamten Strom, der über die gemeinsame Messeinrichtung abgerechnet wird, auf den Marktwert „MWSolar(a)“ gem. § 33 Abs. 2 Satz 2 EEG 2012.

Praxisrelevanz

Die gesamte Thematik ist von hoher aktueller Bedeutung. Die fehlerhafte Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben hat potenziell einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Sie können den Hinweis über die Website der Clearingstelle EG unter http://www.clearingstelle-eeg.de/hinwv/2013/19 abrufen.





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