Mittwoch, 20. November 2013

Kommentar: 100% Erneuerbare Energien - Die Klimaschutzlösung für Warschauer Klimakonferenz

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Um die sich erneut abzeichnende Hilflosigkeit für wirksamen Klimaschutz auf der UN Konferenz in Warschau zu durchbrechen, wurde dort die globale Kampagne 100% Erneuerbaren Energien vorgestellt.

Viele Nationen haben schon im Vorfeld und Umfeld der UN Klimaschutzkonferenz vor wirksamen Klimaschutzmaßnahmen kapituliert und höhere, als ursprünglich angepeilte, CO2 Reduktionsziele beschlossen. Jüngstes Beispiel ist Japan, das wegen des Abschaltens vieler Atomreaktoren nun vermehrt Kohle- und Erdgaskraftwerke reaktiviert hat. Damit glaubte Japan, dass erst 2009 beschlossene CO2 Minderungsziel von 25% bis 2020 gegenüber 1990 wieder abschaffen zu müssen. Die japanische Regierung strebt jetzt nur noch an, den CO2 Ausstoß bis 2020 um 3,8% und das sogar gegenüber 2005 zu reduzieren.

Ein verheerender Beschluss für den Klimaschutz, der mit einem starken Ausbau der Erneuerbaren Energien hätte verhindert werden können.

Dass ausgerechnet die EU Japan kritisierte, steht ihr nicht zu, gehört doch die EU selbst inzwischen zu den starken Bremsern beim Klimaschutz, was sich vor allem an der polnischen Verhandlungsführung der Klimaschutzkonferenz zeigt. Polen ist in der EU der stärkste Widersacher von Klimaschutzmaßnahmen. Polen glaubt auf die Kohlekraftwerke nicht verzichten zu können.

Aber auch Deutschland hat längst als Vorreiter in Sachen Klimaschutz ausgedient. So rutsche Deutschland im Klimaschutzindex von Germanwatch aus den Top 10 nun auf Platz 19 ab. Kanzlerin Merkel kann kein schlechteres Zeugnis für ihre Klimaschutzpolitik ausgestellt werden. 

Doch in Deutschland wird die Verschlechterung der Klimaschutzpolitik noch weitergehen, wenn die harten Bandagen gegen den Ausbau der Erneuerbaren Energien in der jüngsten Koalitionsvereinbarung der AG Energie Realität werden sollten. 
Damit entpuppt sich wie immer der fossile Energiesektor als das wichtigste Hemmnis gegen wirksamen Klimaschutz.

Dass es auch anders geht zeigen Länder wie Island, Dänemark, Schottland, Costa Rica, Malediven, Cook Islands, Tuvalu oder Tokelau. Alle diese Länder haben offizielle Regierungsziele auf 100% Erneuerbare Energien umzustellen. Alle diese Länder fürchten damit keine wirtschaftlichen Einbußen, sondern erkennen wirtschaftliche Vorteile durch die Vermeidung des Bezugs immer teurer werdender fossiler Rohstoffe.

Die globale Kampagne 100% Erneuerbaren Energien zeugt den Weg auf, wie Klimaschutz ohne wirtschaftliche Probleme erreicht werden kann. Es ist gut, dass die Kampagne 100% Erneuerbaren Energien in Warschau auf der Klimakonferenz dies in das Bewusstsein rückt. Vielleicht setzen sich dann zukünftig noch mehr Nationen gegen die Interessen der fossilen und atomaren Energiewirtschaft durch und setzen auf wirtschaftlichen Klimaschutzerfolg mit Erneuerbaren Energien.


Berlin, den 19.11.2013


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