Freitag, 18. Januar 2013

Technik aktuell: Power-to-Gas läuft auch an kleinen Biogasanlagen

(LEXEGESE) - Im Rahmen eines Pilotprojekts haben das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) gemeinsam mit den Ländern Hessen und Thüringen mit der direkten Umwandlung des im Biogas enthaltenen Kohlendioxids in Methan eine neue Variante der Power-to-Gas-Technologie getestet. Sie funktioniere nach Angaben von IWES dauerhaft und bei gleichbleibender Qualität. Die am Hessischen Biogas-Forschungszentrum (HBFZ) in Bad Hersfeld getestete Spielart von Power-to-Gas erschließe nicht nur einen weiteren Pfad zur Methangewinnung. Sie eröffne auch die Möglichkeit, Biogasanlagen in Zukunft flexibler und bedarfsgerechter zu betreiben.

Die technische Seite         

Im ersten Schritt fließt der Strom in einen Elektrolyseur und spaltet dort Wasser in Sauer- und Wasserstoff. Im zweiten Schritt reagiert der so gewonnene Wasserstoff in einem speziellen Reaktor mit CO2 zu Methan. Dieses kann dann als synthetisches Gas im vorhandenen Gasnetz gespeichert, im Gaskraftwerk in Strom zurück verwandelt sowie als Kraftstoff oder zum Heizen direkt genutzt werden. Den IWES-Experten sei es gelungen, das Kohlendioxid ohne Abspaltung direkt in Methan umzuwandeln und damit einen komplizierten Prozessschritt zu sparen. 

Die Pilotanlage 

Eine erste Pilotanlage mit einer Leistung von 25 Kilowatt zeige, dass das Verfahren in kleinem Maßstab funktioniert. Die in einem Container untergebrachte Anlage sei seit Oktober 2012 am HBFZ für Forschungszwecke im Einsatz. Auch Biogas eigne sich zur Methanisierung. Das in Biogasanlagen erzeugte Gemisch bestehe zu zwei Dritteln aus Methan, zu einem Drittel aus Kohlendioxid und kleineren Mengen Wasser, Schwefelwasserstoff, Stickstoff und anderen Spurengasen. Um es ins Erdgasnetz einspeisen oder für Erdgasfahrzeuge nutzen zu können muss es aufbereitet, vor allem entfeuchtet, entschwefelt und vom CO2 getrennt werden.

Die praktische Anwendung

Das durch direkte Methanisierung gewonnene Gas soll jedoch nicht ins Erdgasnetz eingespeist werden. Dadurch entfallen weitere technisch komplizierte und kostenintensive Anpassungsmaßnahmen wie die eichfähige Messung, die Druckerhöhung und die Konditionierung des Biomethans. Dies mache die Anwendung der neuen Power-to-Gas-Variante vor allem für kleinere Biogasanlagen mit einer Leistung von rund 250 Kilowatt attraktiv, die ihr Gas direkt verstromen.


Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...