Freitag, 18. Januar 2013

Kommentar: Vollversammlung der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA)

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Arbeit für die Erneuerbaren Energien der IRENA beginnt zu fruchten

Drei Jahre nach Gründung der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA) nimmt die Organisation auch auf Grund des schnellen Mitgliederzuwachses an Fahrt auf. 

In verschiedenen Analysen und Papieren hat IRENA umfassendes Datenmaterial über den weltweiten Ausbau der Erneuerbaren Energien zusammengestellt. Neben dem bereits erwähnten Überblick über die Kostensituation der Erneuerbaren Energien 2012 ist vor allem der GlobalAtlas bedeutsam, der in den nächsten Jahren ergänzt und ausgeweitet wird. Dieser liefert wertvolle Informationen für Investoren über Potentiale der Erneuerbare Energien in verschiedenen Ländern. Auch liegt bereits eine Strategie zum Thema Capacity Buildung vor, also Informationsvermittlung, aber auch Bildung und Ausbildung über Erneuerbare Energien. 

Die Informationen der IRENA gewinnen immer mehr an Bedeutung, weil die IRENA mittlerweile von 160 Nationen getragen wird und im Gegensatz zur Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris, nicht nur die Interessen der fossil hungrigen Industriestaaten vertritt, sonder auch ein Sprachrohr für die energiepolitischen Interessen vieler Entwicklungs- und Schwellenländer darstellt. 

Die IEA wird als OECD-Organisation nur von 28 Ländern getragen. 

Damit nicht nur Regierungen aktiv bei IRENA mitarbeiten, habe ich in Abu Dhabi angeregt, dass die IRENA um ein globales Parlamentariernetzwerk erweitert wird. So kann IRENA der ursprünglichen Gründungsidee noch näher kommen, nämlich den für den globalen Ausbau der Erneuerbaren Energie notwendigen Politiktransfer zu organisieren. Die Idee eines Parlamentarier Netzwerkes fand bei der IRENA positive Resonanz. 

Alle wichtigen Dokumente zum globalen Ausbau der Erneuerbaren Energien von IRENA gibt es hier:


Anschlusskonferenz zur IRENA steht im Schatten der fossilen und atomaren Energiewirtschaft

Im Anschluss an die IRENA Vollversammlung, fand in Abu Dhabi die vierte International Renewable Energy Conference (ADIREC) statt. Veranstaltet wurde diese parallel zum World Energy Summit, dem weltweiten Treffen der fossilen Energiewirtschaft. 

Das Zusammenbinden dieser beiden Veranstaltungen hat sich allerdings nicht bewährt. Die klaren Botschaften zum weltweiten Ausbau der Erneuerbaren Energien konnten nicht in dem Maße positioniert werden, wie es notwendig gewesen wäre. So sprachen in der Eröffnungsrede die argentinische Präsidentin Kirchner von gerade neu unterzeichneten Verträgen zum Bau von AKWs in ihrem Land. Auch Siemens Vorstandschef Löscher sprach. Da Siemens gerade seine PV Sparte abgestoßen hatte und seit Jahren das Siemens Engagement für Erneuerbare Energien auf niedrigem Niveau liegt, waren seine Worte nicht überzeugend für den Ausbau der Erneuerbare Energien. 

Im nahen Osten selbst scheinen die Erneuerbaren Energien noch immer keine bedeutende Rolle zu spielen. Diese findet man höchstens auf Werbeplakate und in seit Jahren großspurigen Ankündigungen , echte Erneuerbare Energien Anlagen selbst sind bisher kaum entstanden. Zu sehr steht das Öl im Mittelpunkt der arabischen (Energie)wirtschaft. 

Obwohl die Konferenz im Schatten des Treffens der fossilen Energiewirtschaft stattfand, gab es aber spannende Diskussionen unter den Fachleuten. Vor allem die bedeutsamen Reports „Renewables Global Futur Report 2013“ erstellt von Eric Martinot und der „globalen Statusreport zu den Erneuerbaren Energien 2012“, von REN 21, fanden große Beachtung. 

Hier geht es zum globalen Statusreport: 

Hier geht es zum Renewables Global Future Report 2013: 

Berlin, den 18. Januar 2013


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