Freitag, 26. Oktober 2012

Kommentar: Steigende Netzentgelte lassen Gaspreise in die Höhe schießen

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Um ganze 70 Euro können die Gaskosten im nächsten Jahr für einen durchschnittlichen Dreipersonenhaushalt steigen. Der Grund dafür liegt nach Angaben der Energieversorger in den steigenden Netzentgelten, die wiederum erhöht wurden, weil die Kosten für den Transport des Erdgases zum Verbraucher steigen, also für die Infrastruktur der Gasnetze.

Neue und teure Pipelines, aber auch normale Investitionskosten in die bestehenden Netze, lassen die Netzentgelte im nächsten Jahr stark ansteigen. Alleine das deutsch-russische Nordstreamprojekt hat 7,4 Milliarden Euro gekostet. Teile der Kosten werden auch über die Netzentgelte auf die Verbraucher umgelegt. Wie viel genau, kann nicht einmal die Bundesnetzagentur sagen, weil die Pipeline vor allem außerhalb deutschen Territoriums liegt und die Kalkulationen daher nicht überprüft werden können.

Die Gaskosten steigen also im nächsten Jahr zwischen 25 und 35 Prozent an, doch wo bleibt der Aufschrei von Rösler und Co? Wo bleiben denn die Forderungen von Umwelt- und Wirtschaftsminister, die teuren Investitionen in die Erdgasversorgung zu stoppen, wie sie es zur Zeit bei den Erneuerbaren Energien tun? Die milliardenschweren Investitionen in die Ostseepipeline und in andere Gasinfrastrukturprojekte belasten immer mehr die Gaskunden, doch die schwarz-gelbe Bundesregierung und Energiekommissar Oettinger scheinen auf dem fossilen Kostenauge blind. In den kommenden Jahren werden aber nicht nur die Netzentgelte bei den Gaspreisen steigen, sondern auch die Kosten für die Beschaffung selbst.

Wir müssen endlich zu einer ehrlichen Diskussion über steigende Energiekosten zurückkommen. Denn die Zeiten der billigen fossilen Energien sind vorbei. Und wir müssen endlich auch über steigende fossile Kosten im Wärmebereich sprechen. Nach einem Bericht der Landesregierung Schleswig-Holstein zur Strompreisentwicklung sind von 1988 bis 2012 die Heizölpreise um 280 Prozent und die Erdgaspreise um 110 Prozent gestiegen. Das blenden sowohl Umweltminister Altmaier, als auch Wirtschaftsminister Rösler in der derzeitigen Energiedebatte komplett aus.

Nur wenn wir Erdöl, Kohle und Gas endlich durch Erneuerbare ersetzen, können wir der fossilen Preisspirale entkommen. Ein Ausbremsen der Erneuerbaren Energien bringt keine günstigeren Energiekosten, sondern verlängert nur die Abhängigkeit von immer knapper werdenden fossilen Energien.

Hier geht es zum Bericht der Landesregierung Schleswig-Holstein zur Strompreisentwicklung:


Berlin, den 24.10.2012

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