Montag, 23. Juli 2012

Technik aktuell: Chinas Emissionen erheblich höher als von der chinesischen Regierung berichtet?

Im Juli 2012 stellte die Forschungsgruppe „RECAP15" - ein Konsortium aus Forschern der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), der Universität Regensburg und der Helmholtz-Gemeinschaft (UFZ, Leipzig und CSC, Hamburg) - an der Viadrina in Frankfurt (Oder) ein statistisches Verfahren vor, das die Emissionen einzelner Staaten, etwa die von China, von außen messbar machen soll. Das Verfahren bedient sich einer satellitengestützten Emissionsüberwachung.

Erst kürzlich hatten Forscher aus China, den USA und Großbritannien in der Zeitschrift „Nature Climate Change" über eine „Milliarden-Tonnen-Lücke" bei der Auswertung offizieller statistischer Angaben der chinesischen Behörden zum C02-Ausstoß in China berichtet. Dies gab Anlass zur Vermutung, dass die chinesischen Emissionen 20 Prozent mehr betragen könnten als offizielle Angaben erwarten lassen.

Damit solche Nachrichten in Zukunft keine Überraschung mehr sind, wollen Forscher der „RECAP15-Gruppe" Daten zur CO2-Konzentration in der Troposphäre in Verbindung bringen mit der Emissionstätigkeit von Haushalten und Unternehmen.

Bereits heute werden Daten zur CO2-Konzentration vom „Aqua"-Satelliten der NASA und dem japanischen „Ibuki"-Satelliten kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Statistiker der RECAP15-Gruppe zeigen, dass mit Hilfe dieser Satellitendaten die CO2-Konzentration in der Troposphäre räumlich abgebildet werden kann.

Forschungsanstrengungen in „RECAP15" sind deshalb auf das Zusammenspiel der Entwicklung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre und der durch den Menschen verursachten CO2- Emissionen gerichtet. Dadurch soll es in Zukunft gelingen, die nationale Berichterstattung der Staaten von außen zu überprüfen. Dies könnte neue Impulse für eine ordnungsgemäße nationale Berichterstattung geben und das Vertrauen in den globalen Klimaschutz stärken.

Quelle: UFZ

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