Freitag, 20. Juli 2012

EEG aktuell: Systemstabilitätsverordnung im Kabinett verabschiedet - Nachrüstpflicht für Photovoltaik-Anlagen

Mit der Systemstabilitätsverordnung werden die Stromverteilnetzbetreiber verpflichtet, die erforderlichen Nachrüstungen innerhalb von drei Jahren durch Fachfirmen auszuführen, die sie beauftragt haben. Die Kosten sollen je zur Hälfte über die EEG-Umlage und die Netzentgelte weitergegeben werden. Die Kosten für die Nachrüstung für Photovoltaik-Anlagen können nach der neuen Regelung auch im sogenannten vereinfachten Verfahren der Anreizregulierung berücksichtigt werden. 

Hintergrund 

Ältere Photovoltaikanlagen trennen sich bei einer Überschreitung der Netzfrequenz von 50,2 Hertz unverzüglich vom Netz. Damit ergeben sich aufgrund der entstehenden Spannungsschwankungen und der stetig steigenden Anzahl von Photovoltaik-Anlagen erhebliche Risiken für den Netzbetrieb. Wird der Frequenz-Schwellenwert zu einem Zeitpunkt mit hoher Photovoltaik-Einspeisung überschritten, schalten sich im Extremfall zeitgleich mehrere Gigawatt an Einspeiseleistung ab. Der resultierende Leistungssprung kann signifikant höher sein als die europaweit vorgehaltene Primärregelleistung, so dass die Leistungsfrequenzregelung die Netzfrequenz nicht mehr stabilisieren kann. Zudem kann ein näherungsweise zeitgleiches Wiederzuschalten der dezentralen Erzeugungsanlagen bei einer Frequenzerholung zu einem erneuten Überschreiten der Frequenz von 50,2 Hertz und damit zu einem erneuten Abschalten der Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz führen ("Jo-Jo"-Effekt).

Quelle: BDEW

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