Freitag, 15. Juni 2012

Greenpeace-Studie: Industrie zahlt zu wenig für Energie

Die Bundesregierung verringere Energie- und Stromkosten auch für solche Industrien, die durch höhere Energiepreise keinerlei Wettbewerbsnachteile befürchten müssten. Dies führe zu verzerrtem Wettbewerb und gehe zu Lasten von Privathaushalten, Mittelstand und der Energieeffizienz. 

Zu diesem Ergebnis kommt eine » Studie, die das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) gemeinsam mit dem Institut für Zukunftsenergiesysteme (IZES) für Greenpeace erstellt hat. Stromintensive Branchen wie beispielsweise die Papierherstellung könnten nach den Berechnungen der beiden Institute Erhöhungen der Energiekosten verkraften, ohne nennenswerte Absatzeinbußen zu erleiden. Die Primär-Aluminiumerzeugung hingegen reagiere empfindlich auf höhere Strompreise. Für die Zementindustrie gelte, dass sie wegen ihrer geringen Außenhandelsbilanz nicht wettbewerbsgefährdet wäre. Die Zementindustrie habe es  geschafft, neue Arbeitsplätze im Ausland aufzubauen und den sinkenden Verbrauch im Inland damit auszugleichen. Subventionierte Energiekosten stützten das Geschäft im Ausland. Sie seien eine Grundlage für die Absatzsicherung.

Rund neun Milliarden Euro an staatlichen Subventionen und finanziellen Vorteilen gewähre die Bundesregierung pro Jahr der energieintensiven Industrie. Allein für die Befreiung von Abgaben nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG-Umlage) und Kraftwärmekopplungsgesetz (KWK-Umlage) müssen die privaten Haushalte rund 1,2 Milliarden Euro im Jahr mehr für ihren Strom zahlen. Die niedrig gehaltenen Energiekosten schaffen wenig Anreiz für Maßnahmen zur Energieeffizienz. Manche Regelungen - so Greenpeace - verleiten die Unternehmen sogar dazu, mehr Strom zu verbrauchen, um in eine höhere Begünstigungsstufe zu fallen. 

Quelle: Greenpeace

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