Montag, 11. Juni 2012

Globale Investitionen in erneuerbare Energien steigen auf einen Rekordwert von US$ 257 Milliarden

Am 11. Juni 2012 wurden die Schwesterpublikationen Global Trends in Renewable Energy Investment von UNEP und den Renewables 2012 Global Status Report von REN21 gemeinsam veröffentlicht. 

Laut des UNEP-Berichtes Global Trends in Renewable Energy Investment 2012 stiegen die globalen Investitionen in erneuerbare Energien (ohne große Wasserkraft) trotz des immer stärkeren Anpassungsdrucks im Wettbewerbsumfeld im letzten Jahr um 17 Prozent auf einen Rekordwert von US$ 257 Milliarden – das Sechsfache der Investitionen im Jahr 2004 und 94 Prozent mehr als 2007, dem Jahr vor der weltweiten Finanzkrise. Erstellt wurde der Bericht vom UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance in Zusammenarbeit mit Bloomberg New Energy Finance. 

Gegenüber 2010, als das Investitionsvolumen um 37 Prozent anstieg, fiel der Zuwachs mit 17 Prozent zwar deutlich geringer aus, aber vor dem Hintergrund der sich ausweitenden europäischen Schuldenkrise und angesichts sinkender Preise für Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien könne sich dieser Wert durchaus sehen lassen. 

Der REN21 Renewables 2012 Global Status Report stellt fest, dass der Anteil der erneuerbaren Energien im Endkundengeschäft, also bei elektrischer Beleuchtung, Heizen und Kühlen sowie Transport weiter beträchtlich ausgebaut wurde. Erneuerbare Energien decken inzwischen 16,7 Prozent des globalen Endenergiebedarfs. Dabei ist der Anteil herkömmlicher Energie aus Biomasse leicht gesunken, während der Anteil der modernen erneuerbaren Energien zugelegt hat. 2011 stießen erneuerbare Energietechnologien weiter in neue Märkte vor: ca. 50 Länder installierten Windkraftanlagen und die solare PV-Kapazität setzte ihren Vormarsch in neue Regionen und Länder fort. Inzwischen nutzen über 200 Millionen Haushalte weltweit sowie zahlreiche öffentliche und privatwirtschaftliche Gebäude Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung.

Im Energiesektor entfiel im Berichtsjahr fast die Hälfte der weltweit hinzugekommenen geschätzten 208 Gigawatt (GW) installierter Leistung auf erneuerbare Energien. Mit über 1360 GW lag die installierte Leistung erneuerbarer Energien Ende 2011 weltweit um 8 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Erneuerbare Energien machten mehr als 25 Prozent der globalen Stromproduktionskapazitäten aus (ca. 5360 GW im Jahr 2011) und lieferten ca. 20,3 Prozent der weltweiten Stromerzeugung.

Die Preise für Photovoltaik-Module fielen um fast 50 Prozent, für Onshore-Windenergieanlagen um ca. 10 Prozent. Fallende Preise machten diese beiden wichtigsten erneuerbaren Energieformen zu ernsthaften Konkurrenten für fossile Brennstoffe wie Kohle und Gas. Unter den verschiedenen Erneuerbaren präferierten die Investoren 2011 die Solarenergie gegenüber der Windenergie. Fast doppelt so viele Mittel flossen in den Solarbereich wie in die Windenergie, so dass der Sektor der Erneuerbaren erneut ein Rekordjahr verbuchen konnte, obgleich dieses von Herausforderungen geprägt war. Insgesamt stiegen die Investitionen im Bereich Solarenergie um 52 Prozent auf US$ 147 Milliarden an. Der Wettbewerbsdruck verschärfte sich und führte zu stark fallenden Preisen vor allem im Solar-Bereich. Diese für den Verbraucher erfreuliche Entwicklung machte den Herstellern schwer zu schaffen. Einige Unternehmen zwang der Preisverfall zur Aufgabe, andere überlebten nur dank ihrer Restrukturierungsmaßnahmen.

Größter Investor in erneuerbare Energien (ohne Wasserkraft) war erneut China mit US$ 52 Milliarden, dicht gefolgt von den USA mit US$ 51 Milliarden. Größte Region beim Investitionsvolumen war mit US$ 101 Milliarden in 2011 wieder Europa. Bei den Entwicklungsländern tat sich besonders Indien hervor. Die National Solar Mission in Indien trug dazu bei, die Investitionen in erneuerbare Energien um eindrucksvolle 62 Prozent auf US$ 12 Milliarden zu erhöhen und verzeichnete damit den höchsten Investitionszuwachs unter den größten Märkten für erneuerbare Energien weltweit. Brasilien baute seine Investitionen um 8 Prozent auf US$ 7 Milliarden aus. Bis Anfang 2012 hatten mindestens 118 Länder (Vorjahr: 96), darunter mehr als die Hälfte Entwicklungsländer, nationale energiepolitische Ziele für die Förderung erneuerbarer Energieträger formuliert, wobei der politische Rückhalt für diese Ziele in den Industrieländern inzwischen etwas bröckelt. Grund dafür sind der wirtschaftliche Sparkurs in Europa, aber auch die Tatsache, dass der Prozess in den USA durch Kontroversen im Kongress in eine Sackgasse geraten ist. In mindestens 65 Ländern bestehen politische Rahmenbedingungen für die Förderung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern. Einspeisevergütungen werden inzwischen in 27 Ländern erfolgreich eingesetzt.

Quelle und weitere Informationen: Frankfurt School of Finance & Management

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