Dienstag, 12. Juni 2012

Frankreich: Dynamik im PV-Markt trotz Kürzung der Einspeisetarife

Trotz der drastischen Kürzungen der Feed-in-Tarife (FIT) Frankreichs in den letzten zwölf Monaten, wächst die Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen bei den französischen Verbrauchern. Nach Angaben der nationalen Regulierungsbehörde für den Energiesektor, der Commission de Régulation d'Énergie (CRE), kommunizierten Großhändler zwischen März 2011 und März 2012 eine Nachfrage an 640 Megawatt (MW) für Photovoltaik-Anlagen bis 100 Kilowatt (kW).

Diese Zahl übertrifft die 2011 festgelegte Zielrichtung der Regierung für dieses Marktsegment um ein Dreifaches. Die CRE nennt als Gründe für die Belebung des Marktes den starken Preisverfall für neue Systeme. So tat der Nachfrage keinen Abbruch, dass sich im gleichen Zeitraum der Einspeisetarif für neu angeschlossene PV-Anlagen um mehr als 35 Prozent verringerte. Durch die CRE wurde nicht offen gelegt, wie viele der von März 2011 bis März 2012 vertriebenen PV-Module bereits installiert und ans Netz angeschlossen wurden. Nach Aussagen des nationalen Verbands für erneuerbare Energien, dem Syndicat des Energies Renouvelables (SER), gingen im Jahr 2011 1,67 Gigawatt (GW) ans Netz, 2,64 GW wurden insgesamt installiert und 1,69 GW warten auf Anbindung ans Stromnetz. Laut dem staatlichen Stromnetzbetreiber ERDF warten 1,44 GW an installierten PV-Anlagen auf Netzanschluss.

tokamuwi / pixelio.de
Um die heimische Industrie weiterzuentwickeln, fordert der SER die Ausweitung des Einspeisetarif-Systems auf Anlagen von 100 kW bis 250 kW, die derzeit ausgeschlossen sind. Projekte für größere PV-Anlagen werden in Frankreich durch staatliche Ausschreibungen vergeben. Die hierfür vorgesehene Kapazität ist derzeit auf 450 MW pro Jahr beschränkt. Auf Grund der steigenden Nachfrage fordert der SER jedoch eine Erhöhung des Volumens auf 900 MW pro Jahr.

Der SER sieht durch die neue Regierung unter François Hollande eine verbesserte Ausgangslage für einen konstruktiven Dialog für günstigere Rahmenbedingungen für Photovoltaik und erneuerbare Energien. Nicole Bricq, seit Mai 2012 amtierende Ministerin für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Energie, plant für Herbst 2012 eine breite Energie-Debatte, in der es auch um die Anpassung der Rahmenbedingungen für Photovoltaik und erneuerbare Energien im Allgemeinen gehen wird.


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