Donnerstag, 21. Juni 2012

Dii legt Machbarkeitsstudie für die Desertec-Vision vor

Ein gemeinsamer Stromverbund für Nordafrika, den Nahen Osten und Europa (EUMENA) bringt allen Beteiligten deutliche Vorteile. Dies ist das zentrale Ergebnis der Studie „Desert Power 2050“, die von der Industrieinitiative Dii am 21. Juni 2012 in München vorgestellt wurde.

Wind und Sonne spielen 2050 die zentrale Rolle

„Desert Power 2050“ zeige, dass die reichlich vorhandenen Sonnen- und Windressourcen in der EUMENA-Region einen gemeinsamen Stromverbund mit einem Anteil von über 90 Prozent erneuerbaren Energien möglich machen. Zum Vorteil aller Beteiligten: Die Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens (MENA) könnten ihren wachsenden Strombedarf aus erneuerbaren Energien decken und mit dem überschüssigen Strom eine Exportindustrie mit einem Volumen von jährlich über 60 Mrd. Euro aufbauen. Durch den Import von bis zu 20 Prozent seines Stroms aus den Wüsten hat Europa laut Dii die Chance, pro Megawattstunde Wüstenstrom 30 Euro zu sparen. Dadurch können auch die EU-Klimaschutzziele auf eine kostengünstige Weise erfolgreich mit umgesetzt werden.

Nord und Süd würden die Kraftzentren des Stromverbunds, getragen von Wind- und Wasserkraft in Skandinavien sowie Wind- und Sonnenenergie in der MENA-Region. Wind und Sonne spielten im gemeinsamen Energie-Mix mit einem Anteil von rund der Hälfte bzw. einem Viertel die zentrale Rolle. Angebot und Nachfrage ergänzen sich nach den Ergebnissen von „Desert Power 2050“ in idealer Weise sowohl räumlich als auch zeitlich. So wird die MENA-Region mit ihrem über das Jahr stabilen Angebot an Solarenergie den Stromverbrauch während des kalten Winters in Europa mit decken können, ohne dass dort teure Überkapazitäten aufgebaut werden müssen. Ein weiterer Effekt des Stromverbunds ist die verbesserte Versorgungssicherheit für alle beteiligten Länder. In einem auf erneuerbaren Energien basierenden Verbund würde die Selbstversorgung dominieren, ergänzt durch preisgünstige Importe aus Süd und Nord.

Netzausbau dringend notwendig

Netzausbau über nationale Grenzen hinaus und die Schaffung eines regulatorischen Rahmens für Wüstenstrom seien die wichtigsten Themen für die nächsten Jahre. Die zu treffenden politischen Entscheidungen werden bestimmen, ob der Weg zu einem nachhaltigen Stromverbund erfolgreich beschritten wird. 

Dii Referenzprojekte in den Maghreb-Staaten erreichen Volumen von 2,5 Gigawatt

Dii bereitet in Marokko, Algerien und Tunesien Referenzprojekte in einer Größenordnung von 2,5 Gigawatt vor. Davon entfallen aktuell 500 Megawatt (MW) auf Marokko. Die Hälfte dieses Vorhabens ist bereits mit 150 MW Solarthermie und 100 MW Photovoltaik und Wind genauer definiert. 2014 soll in diesen Anlagen der erste Strom erzeugt werden. Die Planungen für Algerien und Tunesien belaufen sich auf jeweils 1 Gigawatt. Die Basis für alle Referenzprojekte sind Länderstrategien, die von Dii in enger Zusammenarbeit mit Verantwortlichen und Partnern vor Ort entwickelt werden.

Quelle: Dii

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