Samstag, 16. Juni 2012

Bundesregierung und Industrie intensivieren Monitoring der Energiewende

● Von Katharina Radloff, Berliner Informationsdienst zur Energiepolitik ● 

Der von der Bundesregierung im Okt. 2011 beschlossene und von allen Akteuren der Energiewende dringend angemahnte Monitoring-Prozess „Energie der Zukunft“ nimmt langsam Fahrt auf. Am Donnerstag, 14.06.2012, haben Wirtschaftsminister Rösler und Umweltminister Altmaier gemeinsam die Öffentlichkeit eingeladen, sich mit Anregungen und Vorschlägen in den Prozess einzubringen. Der Bericht, der erstmals im Dez. 2012 vorgelegt werden soll, dient dazu, den Bürgern die Fortschritte bei der Energiewende aufzuzeigen. Die Stellungnahmen, die bis zum 15.07.2012 bei der Bundesnetzagentur eingehen, sollen in dem Bericht berücksichtigt werden.

Als Primärdaten für den Bericht werden statistische Erhebungen durch die AG Energiebilanzen, unter Beteiligung insbesondere des Statistischen Bundesamtes, des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, der Bundesnetzagentur, des Umweltbundesamtes, des Bundeskartellamtes und der AG Erneuerbare-Energien-Statistik verwendet. Fortschritte bei der Energiewende sollen dann mit Hilfe von quantitativen Indikatoren erfaßt werden, u.a. anhand der Absenkung des Primärenergie- und Stromverbrauchs, des Strommix, der Anteile erneuerbarer Energien, des Netzausbaus sowie anhand der Entwicklung der Energieeffizienz, der THG-Emissionen, der Energiepreise und -kosten, und des Stromhandel mit dem Ausland.

stummi123  / pixelio.de
Die deutsche Industrie scheint jedoch daran zu zweifeln, dass die Bundesregierung alle für die Wirtschaft relevanten Kriterien mit in ihr Monitoring aufgenommen hat und entwickelte deshalb ein eigenes Monitoring, welches anhand speziell ausgearbeiteter Kriterien die Fortschritte und Missstände der Energiewende aufzeigen soll. Der Industrieverband BDI hatte zu diesem Zweck beim Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim einen Kriterien-Katalog zur Bewertung von Energiepolitik in Auftrag gegeben. Die mehrere hundert Seiten starke Studie mit dem Titel “Indikatoren für die energiepolitische Zielerreichung” identifiziert insgesamt 26 Kriterien, mit denen der Erfolg der Energiepolitik messbar gemacht werden kann. Der Leiter des Forschungsbereichs Umwelt- und Ressourcenökonomik am ZEW, Andreas Löschel, wurde inzwischen von der Bundesregierung auch zum Leiter der Monitoring-Gruppe für die deutsche Energiewende ernannt. 


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Anmerkung der Herausgeber: Der Beitrag ist ursprünglich am 14. Juni 2012 bei unserem Kooperationspartner "Berliner Informationsdienst zur Energiepolitik" erschienen.

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