Montag, 9. Januar 2012

BNetzA - Rekordzubau an Photovoltaik-Anlagen in 2011

Im vergangenen Jahr wurden Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) mit einer Leistung von insgesamt rund 7.500 MW neu installiert. Dies schätzt die Bundesnetzagentur (BNetzA) auf der Grundlage einer vorläufigen Auswertung der gemeldeten Daten. Damit wird das Ergebnis des bisherigen Rekordjahres 2010, Meldung von 7.400 MW, voraussichtlich leicht übertroffen. Allein im Dezember seien neue PV-Anlagen mit einer Leistung von insgesamt rund 3.000 MW gemeldet worden. Der Wert entspricht etwa 40 Prozent der im Gesamtjahr 2011 gemeldeten Leistung. Bei den Werten handelt es sich nach Auskunft der BNetzA noch um vorläufige Angaben. Insbesondere wegen der Flut an Meldungen im Dezember werde es noch einige Zeit dauern, bis die Monate Oktober bis Dezember 2011 detailliert ausgewertet sind. 
 
Auf der Basis der Meldungen ermittelt die BNetzA nach den Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) regelmäßig die Degressions- und Vergütungssätze für neu in Betrieb gehende PV-Anlagen. Als Nächstes sind die Degressions- und Vergütungssätze für Anlagen zu ermitteln, die ab dem 1. Juli 2012 in Betrieb gehen. Dafür wird die von Oktober 2011 bis April 2012 gemeldete Leistung von PV-Anlagen herangezogen, die auf den Zeitraum eines Jahres hochzurechnen ist. Die aktuellen Zahlen würden zu einer Degression in Höhe von 12 Prozent führen. Um eine maximale Degression von 15 Prozent zum 1. Juli 2012 zu erreichen, müssten der BNetzA für Januar bis April 2012 nach dem jetzigen Stand nur noch etwa 225 MW neue PV Leistung gemeldet werden.

Die Werte von Oktober (ca. 490 MW), November (ca. 660 MW) und Dezember 2011 (ca. 3.000 MW) sind zudem für die Ermittlung des Degressionssatzes zum 1. Januar 2013 von Bedeutung. Dafür kommt es auf die Meldungen im Zeitraum Oktober 2011 bis September 2012 an. Auch hier sind erste Schlüsse möglich: Bereits die 4.150 MW im letzten Quartal 2011 würden zu einer Degression von 12 Prozent führen. Um die maximal mögliche Absenkung der Vergütungen um 24 Prozent zu erreichen, müssten in den nächsten neun Monaten zusätzlich 3.350 MW gemeldet werden.

Nach Einschätzung der BNetzA konterkariert der Stichtagsmechanismus das Ziel des Gesetzgebers, die Kosten der Förderung der Solarenergie wirksam zu begrenzen. Der Zubau der Photovoltaik habe sich nicht verlangsamt, und es sei auch sehr wahrscheinlich, dass im Juni 2012 trotz weiterer Förderkürzung wieder einen ähnlicher Zubaub erfolgt wie im Dezember 2011. Einen Grund sieht die BNetzA in den schnell sinkenden Preisen für PV-Anlagen, die schneller fallen als die Fördersätze gekürzt werden. 

Die detaillierten PV Meldezahlen für die Monate Oktober bis Dezember 2011 werden voraussichtlich im März 2012 auf den Internetseiten der Bundesnetzagentur veröffentlicht.

Quelle: BNetzA
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