Donnerstag, 15. Dezember 2011

Europäische Kommission veröffentlicht Energiefahrplan 2050

In dem Energiefahrplan 2050, den die Kommission am 15. Dezember 2011 vorgestellt hat, wird dargelegt, wie eine Emissionssenkung um mehr als 80 % bis 2050 ohne Beeinträchtigung der Energieversorgung und der Wettbewerbsfähigkeit möglich sein soll. Ausgehend von der Analyse mehrerer Szenarios werden die Auswirkungen eines CO2‑freien Energiesystems und des dafür erforderlichen politischen Rahmens beschrieben. Auf dieser Basis sollen die Mitgliedstaaten die notwendigen energiepolitischen Entscheidungen treffen und ein stabiles Geschäftsumfeld für private Investitionen, insbesondere bis 2030, schaffen.
Die Analyse beruht auf Beispielszenarios, die durch die unterschiedliche Kombination der vier Hauptdekarbonisierungswege (Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Kernenergie und CCS (CO2-Abtrennung und ‑Speicherung) erarbeitet wurden. Im Energiefahrplan 2050 werden folgende Elemente aufgezeigt:
  • Mit allen Dekarbonisierungsszenarios kann das Emissionssenkungsziel erreicht werden, wobei die Szenarios langfristig kostengünstiger als die aktuellen Politikmaßnahmen sein können.
  • Unabhängig vom jeweils gewählten Energiemix sind eine verbesserte Energieeffizienz und ein deutlich höherer Anteil erneuerbarer Energien notwendig, um die CO2-Ziele im Jahr 2050 zu erreichen. Die Szenarios zeigen ebenfalls, dass Strom eine größere Rolle als bisher spielen muss. Auch Gas, Erdöl, Kohle und die Kernenergie sind in allen Szenarios in unterschiedlichen Anteilen vorhanden, was den Mitgliedstaaten weiterhin flexible Optionen in Bezug auf ihren Energiemix ermöglichen soll, sofern ein gut vernetzter Binnenmarkt zügig verwirklicht wird.
  • Investitionsentscheidungen für die bis 2030 notwendige Infrastruktur müssen jetzt getroffen werden, da die vor 30 bis 40 Jahren entstandene Infrastruktur ersetzt werden muss. Durch sofortiges Handeln können kostspieligere Änderungen in zwanzig Jahren vermieden werden. Die Energiewende der EU verlangt ohnehin eine modernere und erheblich flexiblere Infrastruktur wie grenzüberschreitende Verbindungsleitungen, „intelligente“ Stromnetze und moderne CO2-arme Technologien für die Produktion, Übertragung und Speicherung von Energie.
  • Mit den Investitionen von heute wird der Weg zu bestmöglichen Preisen in der Zukunft bereitet. Die Strompreise werden voraussichtlich bis 2030 steigen, danach jedoch möglicherweise aufgrund niedrigerer Versorgungskosten, Einsparmaßnahmen und verbesserter Technologien sinken. Die Kosten werden durch die hohen nachhaltigen Investitionen in die europäische Wirtschaft, die damit verbundenen lokalen Arbeitsplätze und die geringere Importabhängigkeit aufgewogen. Bei allen Szenarios wird die Dekarbonisierung ohne größere Unterschiede bei den Kosten oder den Folgen für die Versorgungssicherheit erreicht.
  • Eine europäische Herangehensweise wird gegenüber parallelen nationalen Systemen zu niedrigeren Kosten und einer besseren Versorgungssicherheit führen. Dazu gehört ein gemeinsamer Energiemarkt, der voraussichtlich bis 2014 vollendet ist.

Nach Analyse des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) unterschätze der Energiefahrplan deutlich das Potenzial Erneuerbarer Energien und berechne deren Kosten im Vergleich zu fossilen Energien zu hoch. Die Roadmap missachte nicht nur die kostensenkenden Effekte der Erneuerbaren Energien, auch die Annahmen für die Kostenentwicklung der konventionellen Energieträger seien viel zu optimistisch.

Quelle: Europäische Kommission, BEE


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