Mittwoch, 28. Dezember 2011

Biogas - Ausblick 2012


Am 1. Januar 2012 tritt die aktuelle Novelle des EEG in Kraft. Die Änderungen werden nach Auffassung des Fachverband Biogas e.V. in allen Sparten der Erneuerbaren Energien zu einer Reduzierung des Anlagenzubaus führen. Für den Biogasbereich bedeute dies, dass im mittleren Anlagensegment kaum noch Projekte realisierbar sind. Im kleinen Leistungsbereich bis 75 Kilowatt (kW) werde ein Markt entstehen, wenn es gelingt, bei ständig steigenden Auflagen und Hürden die Güllevergärung für 25 Cent pro Kilowattstunde wirtschaftlich darzustellen. Bei großen Biogasanlagen werde das künftige Geschäft voraussichtlich stark auf Gaseinspeiseanlagen hinauslaufen. 

Eines der wichtigsten Themen, die Netz- und Systemintegration der Erneuerbaren Energien unter Berücksichtigung der Speicherfragen, ist aus Sicht des Fachverbandes Biogas e.V. im EEG 2012 nur sehr unzureichend berücksichtigt worden. Bereits zur ersten EEG-Novelle im Jahr 2004 hatte der Fachverband Biogas Vorschläge für die bedarfsgerechte Einspeisung von Strom aus Biogasanlagen unterbreitet. Der Fachverband Biogas e.V. sieht hier die Bundesregierung gefordert, über die Verordnungsermächtigung in § 64 f Nr. 2 des EEG 2012 eine praxistaugliche Regelung zur bedarfsgerechten Stromeinspeisung aus bestehenden und neuen Biogasanlagen vorzulegen.

Bei der bedarfsgerechten Stromeinspeisung spielt nach Auffassung des Fachverband Biogas e.V. das Erdgasnetz eine zentrale Rolle. Über das Erdgasnetz seien viele Fragen des mit der Energiewende einhergehenden Speicherbedarfs kurz bis mittelfristig zu beantworten. Neben der Speicherung von Windstrom über die Einspeisung von erneuerbarem Wasserstoff (power to gas), sei das Erdgasnetz hervorragend geeignet, das auf Biomethan und damit auf Erdgasqualität aufbereitete Biogas zu speichern. Auf diese Weise seien saisonale Schwankungen der Stromeinspeisung aus Solar- und Windkraftanlagen mit Hilfe des Erdgasnetzes zu überbrücken. 

Die im EEG 2012 neu eingeführte Marktprämie werde dagegen nicht zu einer nennenswerten Netzintegration der Erneuerbaren Energien führen, da die Differenz der Börsenpreise zwischen Hochtarif- und Niedertarifzeiten in Höhe von ca. 0,6 Cent pro Kilowattstunde keinen wirtschaftlichen Anreiz zur zeitlichen Strommengenverlagerung darstellt. Es seien hohe Mitnahmeeffekte zu befürchten.

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