Sonntag, 27. November 2011

Notfalls ohne USA - Weltklimagipfel am Scheideweg

Sollte die amerikanische Delegation erneut die kommenden UN-Klimaverhandlungen blockieren, müssen die Staaten nach Auffassung von Greenpeace einen neuen Klimaschutzvertrag notfalls ohne die USA auf den Weg bringen. Diplomatische Samthandschuhe gegenüber den USA aus Angst vor wirtschaftlichen Konsequenzen könne sich der Klimaschutz nicht mehr leisten.

Greenpeace erwartet vom Klimagipfel eine Verlängerung des 2012 auslaufenden Abkommens (Kyoto-Protokoll). Alle Staaten - einschließlich großer CO2-Emittenten - müssen sich zudem verpflichten, bis zum Jahr 2015 die Reduktion des CO2-Ausstoßes mit einem neuen Vertrag zu sichern.

Nach Berechnungen von Greenpeace sind die CO2-Emissionen seit 1990 weltweit um 45 Prozent gestiegen, alleine im vergangenen Jahr um über fünf Prozent. Bis zum Jahr 2015 müsse dieser Trend gestoppt werden. Ein Lobbynetzwerk torpediere jedoch massiv Fortschritte beim internationalen Klimaschutz, wie ein neuer Greenpeace-Report diese Woche berichtet. 

Eine besondere Verantwortung tragen nach Auffassung von Greenpeace Deutschland und die EU beim UN-Klimagipfel. Nur eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls könne Schwellenländer wie China und Indien dazu bewegen, die Emissionen im eigenen Land verbindlich zu mindern.

Um den Klimawandel zu bekämpfen, seien ausreichende Geldmittel notwendig: Den Entwicklungsländern müsse entschlossen ein UN-Fonds für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel bereitgestellt werden. Greenpeace plädiert angesichts der Weltschuldenkrise dafür, stabile Finanzierungsquellen zu finden wie Abgaben auf Flug- und Schiffsemissionen oder Börsenumsätze.
 
Quelle: Greenpeace

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