Mittwoch, 22. Mai 2013

Netzausbau kein Engpass für die Energiewende?

(LEXEGESE) - Der Umbau des Stromnetzes in Deutschland schreite langsam voran. Auf absehbare Zeit seien jedoch keine Engpässe in der Stromversorgung zu befürchten. 

Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Nach Auffassung des DIW Berlin werde der Ausbaubedarf überschätzt. Dies sei auch auf methodische Mängel bei der Erstellung des Netzentwicklungsplans zurückzuführen. Bisher würden zunächst Annahmen über die Standorte und den Einsatz fossiler Kraftwerke getroffen; erst danach werden die erforderlichen Netzkapazitäten bestimmt. Stattdessen sollten nach Ansicht des DIW Berlin in Zukunft Netz- und Erzeugungsplanung gemeinsam betrachtet werden. Zudem sollte das Netz nicht auf die letzte einzuspeisende Kilowattstunde ausgelegt werden, denn im Fall von Starkwindeinspeisung ist die Abregelung von konventionellen Kraftwerken oder gewisser Erzeugungsspitzen erneuerbarer Energien effizienter als die Bereitstellung entsprechender Leitungskapazitäten.

Netzengpässe betreffen nur einen geringen Teil von weniger als einem Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Sie konnten bisher mit Hilfe regulärer Netzeingriffe von den Übertragungsnetzbetreibern jederzeit kontrolliert werden, so der DIW Berlin. Insgesamt sei die Lage im deutschen Übertragungsnetz entspannt. Darüber hinaus könnten die Kosten des Engpassmanagements durch eine bessere Koordinierung der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber drastisch reduziert werden. 

UK provides more money for renewable heating

(LEXEGESE) - Householders across Great Britain will be able to get even more cash for renewable heating kit, the Department of Energy and Climate Change (DECC) has announced on 20 May 2013.

The money off vouchers available under the Renewable Heat Premium Payment (RHPP) scheme have been increased to £2,300 for ground source heat pumps, £2,000 for biomass boilers, £1,300 for air source heat pumps and £600 for solar thermal systems. The RHPP scheme, first launched in July 2011, is designed to encourage householders to switch to renewable heat from traditional heating systems by offering money off the cost of the equipment. The scheme is targeted at those living off the gas grid, where most money on bills and carbon can be saved. The scheme was extended in March this year until the end of March 2014 ahead of the launch of a Renewable Heat Incentive for householders.

Alongside changes to the voucher values, householders will now be required to undertake a Green Deal assessment before submitting a claim to the Energy Saving Trust to redeem their voucher. This shall help householders think about how renewable heat could fit with energy efficiency improvements for their home and ensure they are advised on choosing the right technology for them. 

UK - Compensation scheme for energy intensive businesses

(LEXEGESE) - In the UK, energy intensive businesses are being told how to claim compensation to offset the cost of energy policy in their electricity bills with the publication of new UK government guidance

The guidance is being published alongside the UK government response to its consultation on a £250 million Energy Intensive Industries Package. The guidance sets out how businesses can claim compensation from the first tranche of the £250 million for the indirect costs of the EU Emissions Trading System (EU ETS). Up to £113 million has been allocated for this scheme. According to the UK Energy Minister, Energy intensive industries are a critical part of the UK economy. 

The UK government has also committed to establishing a compensation scheme to address the indirect costs of the Carbon Price Support (CPS) mechanism, subject to state aid clearance. That scheme is currently being considered by the European Commission and will be announced later this year. 

Int'l Press Review: On climate change, Obama faces an attack from his left flank

(The Washington Post) - If you want to get a sense of how impatient some of President Obama’s most loyal supporters are getting when it comes to climate change, consider this: They’re planning to conduct protests at meetings of the grassroots advocacy organization run by his former top campaign aides. ...

Int'l Press Review. Abu Dhabi’s first greenhouse gas data to fight climate change

(Gulf News) - ... Carbon dioxide (CO2), which accounts for 78.6 per cent of all emissions, tops the list of greenhouse gases emitted by the emirate, whereas the energy sector is the highest source with 72.6 per cent of direct emissions, according to the Environment Agency — Abu Dhabi’s results of its inaugural Greenhouse Gas (GHG) Inventory Project for 2010. ...

Dienstag, 21. Mai 2013

Technik aktuell: Forschung und Industrie erarbeiten Konzept für Offshore-Wind Testfeld-Forschung

(LEXEGESE) - Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) und die Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE starten nach eigenen Angaben gemeinsam das vom BMU geförderte Vorhaben „Gesamtkonzept und Initiierung zeitlich und örtlich differenzierter Offshore Testfeld-Forschung (OFT)“. Hauptziel des Vorhabens ist es, die Forschung, Entwicklung und Demonstration von innovativer Technologie für Offshore-Windparks in deutschen Gewässern zu unterstützen. Interessierte Unternehmen der Offshore-Windbranche sind zur Mitarbeit eingeladen.

In einem ersten Schritt werden die beiden Projektpartner ein Gesamtkonzept für die Offshore Testfeld-Forschung erstellen. Ziel des Gesamtkonzepts ist das Aufzeigen der Möglichkeiten koordinierter Zusammenarbeit in der Offshore Testfeld-Forschung. Parallel dazu sollen verschiedene Offshore-Teststandorte für Prototypen, Komponenten sowie für verschiedene Forschungsfragen identifiziert und erste Testfeldprojekte initiiert werden. Diese sollen an verschiedenen Standorten unter Berücksichtigung verschiedener zeitlicher Perspektiven in kommerzielle Offshore-Windparks integriert werden. Dabei sind unterschiedliche Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte möglich: Von der Erprobung neuartiger Materialien oder Messeinrichtungen, über den Test von Logistikkonzepten und Installationsmethoden bis hin zur Demonstration von Prototypen von Offshore-Windenergieanlagen, Gründungsstrukturen oder Komponenten.

Massiver Einbruch beim Biogas-Anlagenneubau

(LEXEGESE) - Die Biogasbranchenzahlen für 2012 sind nach Einschätzung des Fachverbandes Biogas e.V. ernüchternd. Es gab lediglich einen Zubau von 340 Biogasanlagen im Jahr 2012. Das entspricht einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um fast 74 Prozent (Neuanlagenzubau in 2011: 1.278). Zum Stichtag 31.12.2012 waren damit in Deutschland 7.515 Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von 3.352 Megawatt elektrisch (MWel) in Betrieb. Für das laufende Jahr prognostiziert der Fachverband Biogas einen Ausbau der Biogasleistung um 177 MWel., wobei der Verband davon ausgeht, dass erstmals der überwiegende Teil des Leistungszuwachses durch Repowering- und Erweiterungsmaßnahmen und nicht durch Neuanlagenzubau erfolgen wird.

Viele Firmen konzentrierten ihre Aktivitäten zunehmend im Ausland: lag die Exportquote 2011 noch bei rund zehn Prozent wird für 2013 bereits eine Exportquote von 44 Prozent prognostiziert. Dieser Effekt verstärkt sich auch mit dem stark eingebrochenen deutschen Anlagenneubau. Vor allem Italien, Frankreich, Großbritannien und einige osteuropäische Nachbarländer stellen für deutsche Unternehmen wichtige Absatzmärkte dar. Aus Frankreich kam zudem die Ankündigung, bis zum Jahr 2020 1.000 neue Biogasanlagen errichten zu wollen. Über den Auslandsmarkt lasse sich der Einbruch im Inlandsgeschäft aber nicht kompensieren. Die Zahl der Beschäftigten in der Biogasbranche sei von ca. 63.000 im Jahr 2011 auf rund 45.000 Ende 2012 gesunken. Für 2013 prognostiziert der Fachverband Biogas einen weiteren Rückgang um mehr als 3.000 Arbeitsplätze.

Neues aus der Hauptstadt: Auf Kriegsfuß

Liebe Leser,

auch in der vergangenen Woche standen Klimaschutz und Energiewende wieder auf Kriegsfuß miteinander, wenn die Regierungskoalition das Verbot von Nachtspeicheröfen aus dem Jahr 2009 aufhebt, um Speicher für die fluktuierende Energie der Erneuerbaren zu erschließen. Eigentlich wäre dieses Dilemma zwischen Klimaschutz und den Nebenwirkungen der Energiewende ein schönes Wahlkampf-Thema, aber wie soll man diesen komplexen Zusammenhang nur seinen Wählern erklären. Positionierungsschwierigkeiten scheint es weiterhin auch bei der Abwägung zwischen den Risiken und Chancen des Fracking zu geben – vor allem innerhalb der Regierungskoalition. Nachdem man sich erst auf einen Kompromiss verständigt hatte, muss jetzt der Bodensee als Vorwand herhalten, um das Thema nicht in den Wahlkampf mitzunehmen. Ganz still und leise hat man sich dafür zumindest im BMU auf ein Konzept für das zukünftige Strommarktdesign verständigt – mal sehen, was der Koalitionspartner dazu sagt. In der dieser Woche erwarten uns die Ausschusssitzungen des Bundesrates.

Die TOP-ISSUES der Woche:
  • „Strategische Reserve“ soll Energy-Only-Markt ergänzen
  • Verbot von Nachtspeicherheizungen wird aufgehoben
  • CDU stellt Kompromiss zum „Fracking“ erneut in Frage

Den aktuellen BID-lite zur Energiepolitik finden Sie unter 

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht

Sandra Busch-Janser


Russland: Entwurf zur Förderung erneuerbarer Stromerzeugung zur Verabschiedung vorgelegt

Das russische Energieministerium hat der russischen Regierung einen überarbeiten Gesetzesentwurf zur Förderung erneuerbarer Energien in der Stromerzeugung vorgelegt. Mit dem noch nicht veröffentlichten Entwurf wird das Ziel verfolgt bis 2020 etwa sechs Gigawatt an Stromerzeugungskapazitäten auf Basis erneuerbarer Energien zu installieren, um den Energiemix zu diversifizieren und CO2-Emissionen zu reduzieren. Nach Umsetzung in geltendes Recht sollen Windkraft, Photovoltaik und Kleinwasserkraft mit einem Budget in Höhe von 85 Mrd. Rubel gefördert werden. Laut Bloomberg sind in dem Gesetzesentwurf mit 3.600 MW für Windenergieanlagen, 1.520 MW für Photovoltaik und 751 MW für Kleinwasserkraft konkrete Kapazitäten bis 2020 vorgesehen.

Der Entwurf enthält zudem feste Einspeisetarife für Stromerzeugungsanlagen bis 25 MW Leistung sowie Stromlieferverträge (PPAs) für den Bau von Kraftwerksanlagen größer als 25 MW. Die PPAs sind aktuell mit 15 Jahren Laufzeit geplant. Für Anlagen unter 25 MW werden die Einspeisetarife über die regionalen Behörden bestimmt, alternativ können Anlagenbetreiber aber auch hier PPAs abschließen. Für alle geförderten Technologien gelten laut Entwurf festgelegte Local-Content-Regelungen sowie jährliche Zubaugrenzen, die für 2014 eine installierte Leistung von 100 MW für die Windenergie, 150 MW für die Photovoltaik und 18 MW für Kleinwasserkraftprojekte vorsehen. Nach Angaben von Anatole Boute, Rechtsberater der Regierung zur Förderung erneuerbarer Energien, wird mit einer Verabschiedung im Mai/Juni gerechnet.


Int'l Press Review: Obama climate agenda faces Supreme Court reckoning

(Reuters) - With a barrage of legal briefs, a coalition of business groups and Republican-leaning states are taking their fight against Obama administration climate change regulations to the U.S. Supreme Court. ...